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Wien: Karstadt teilt Immobilien auf - Nobelhäuser für Benko

Wien : Karstadt teilt Immobilien auf - Nobelhäuser für Benko

Der Österreicher behält fünf Immobilien, die anderen gehen an seinen israelischen Partner Benny Steinmetz.

Karstadt-Eigentümer René Benko und sein israelischer Partner Beny Steinmetz gehen künftig getrennte Wege. Benkos Gesellschaft Signa übernehme die Immobilien der drei Nobelhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg, bestätigte ein Signa-Sprecher. Dem österreichischen Investor gehörten künftig auch die Karstadt-Immobilien in der Stuttgarter Fußgängerzone und am Berliner Kurfürstendamm. Der Diamantenhändler Steinmetz erhalte im Gegenzug die 20 klassischen Karstadt-Immobilien in verschiedenen deutschen Städten, die bislang im Besitz einer gemeinsamen Holding waren. Diese 20 Häuser wolle Benko langfristig mieten, hieß es weiter.

Der Österreicher hatte das Warenhaus-Geschäft des Traditionskonzerns im vergangenen August zum symbolischen Preis von einem Euro von dem Milliardär Nicolas Berggruen übernommen. Auch die Luxus- und Sport-Häuser hatte Benko vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Er hat dem Kaufhof -Konkurrenten eine Rosskur verordnet. Den Mitarbeitern stehen Einschnitte bevor, Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, sechs Standorte sollen geschlossen werden. Darunter ist auch das Haus in Stuttgart, dessen Immobilie sich Benko nun sicherte. Die Gewerkschaft Verdi hatte Benko vorgeworfen, die Schließungspläne hätten nicht mit der Sanierung des Konzerns zu tun. Vielmehr solle die attraktive Immobilie in bester Innenstadtlage für andere Zwecke genutzt werden. Das Warenhaus in Stuttgart biete "Potenzial für Filialisten, welche nach innerstädtischen Flächen suchen", hatte Signa bereits erklärt.

Die angeschlagenen Warenhäuser sind auch unter der Führung Benkos bislang nicht in Schwung gekommen. Sie verzeichneten im November und Dezember einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent, wie Vorstandsmitglied Miguel Müllenbach jüngst mitgeteilt hat. Auch Benkos Premium-Häuser verzeichneten Umsatzrückgänge. KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus verbuchten im Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende September) einen Umsatzrückgang auf knapp 337 (Vorjahr: 343) Millionen Euro, wie aus Geschäftszahlen von Karstadt Premium hervorgeht, die jetzt im Bundesanzeiger veröffentlicht worden sind. Immerhin arbeiteten die Häuser wieder profitabel, hieß es. In den Büchern stand ein Gewinn von 4,7 Millionen Euro, nach einem Minus von 7,6 Millionen Euro im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2013/14 rechnet die Gesellschaft den Angaben zufolge erneut mit einem Verlust. 2014/15 soll wieder ein Gewinn erzielt werden.

(rtr)