Händler warnen: Kaffee soll deutlich teurer werden

Händler warnen : Kaffee soll deutlich teurer werden

Während Kaffeeliebhaber in den vergangenen Jahren mit günstigeren Preisen verwöhnt worden sind, müssen sie ab der kommenden Woche deutlich tiefer in die Tasche greifen. Grund ist eine ungewöhnlich lange Trockenphase in Brasilien. Händler wie Tchibo warnen ihre Kunden.

Schon ab Montag sollen die Preise erhöht werden. So teilt es Tchibo seinen Kunden auf der eigenen Homepage mit: "Seit Beginn des Jahres haben sich die Preise für hochwertige Arabica Rohkaffees an der Kaffeebörse nahezu verdoppelt. Damit sind sie so hoch wie zuletzt vor zwei Jahren. Ursache hierfür waren befürchtete Ernteausfälle aufgrund anhaltender Trockenheit in Brasilien, dem bei weitem wichtigsten Kaffeeanbauland der Welt", so der Händler. Nicht ganu uneigennützig fordert Tchibo auf, jetzt noch Kaffee zum alten Preis zu kaufen. "Sobald sich die Preise am Rohkaffeemarkt nachhaltig beruhigt haben, werden wir die Kaffeepreise wieder senken", ist zu lesen.

Tchibo ist nicht der einzige Anbieter, der seine Kunden auf einen Preisanstieg vorbereitet. Der Chef des italienischen Rösters Illycaffè, Andrea Illy, sagt im Interview mit dem Wall-Street-Journal, dass das Unternehmen "versucht, diesen Preisschock selbst zu tragen". Jedoch seien Preissteigerungen nicht ausgeschlossen. Arabica-Preise über zwei Dollar wären ein Problem, so Illy.

Ein Kaffeehändler, der gegenüber der Welt anonym bleiben wollte, erwartet, dass die anderen Marken nachziehen werden, wenn Tchibo die Preise anhebt. Spätestens im Juli erwartet er den Anstieg auf breiter Front.

Wie langfristig ist der Preisanstieg?

Die Dürre könnte sogar bis zu zwei Jahre Auswirkungen auf die Preise haben, erwartet der amerikanische Broker Mike Seery. Kurzfristig rechnet er mit niedrigeren Preisen, da Händler Gewinne mitnehmen und auf Ernteberichte aus Brasilien warten dürften. Bis Jahresende jedoch könnten die Preise auf drei Dollar pro Pfund steigen, sagte er dem Wall-Street-Journal.

Tatsächlich ist das Ausmaß des Schadens durch die Dürre noch nicht bekannt. Die Produktion in Kolumbien, dem zweitwichtigsten Kaffeeproduzenten, entwickelt sich dank besserem Wetter prächtig.

In Brasilien hat eine schwere Dürre im Arabica-Anbaugebiet seit Wochen die Aussichten für die Ernte verschlechtert. Dies hatte im April den Preis bereits auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 2,19 Dollar je Pfund steigen lassen. Allerdings hielten Händler in London die Preisreaktion am Donnerstag für übertrieben. "Ich würde mich nicht wundern, wenn der Preis genau so stark wieder sinkt", sagte ein Händler.

(dafie)