Konsum: Kaffee kann in Maßen gut für die Gesundheit sein

Konsum : Kaffee kann in Maßen gut für die Gesundheit sein

Für die einen ist es ein Wundermittel, für die anderen völlig ungesund: Kaffee. Doch was ist dran an den Mythen rund um die positiven und negativen Effekte des Gebräus? Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bringt Licht ins Dunkel:

Lange Zeit galt: Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit. Inzwischen wurde dies widerlegt. "Kaffee kann zur Flüssigkeitszufuhr hinzugezählt werden", erklärt Gahl. Dennoch sollte man ihn nicht als Durstlöscher verwenden. Denn das im Kaffee enthaltene Koffein hat einen harntreibenden Effekt, wodurch der Körper Flüssigkeit verliert. "Trinkt man nicht mehr als vier Tassen, ist das marginal und der Körper gleicht das wieder aus", sagt Gahl. Zum Vergleich: Salz und Alkohol entzögen dem Körper weitaus mehr Flüssigkeit als Kaffee. Entkoffeinierter Kaffee enthält nur geringfügig Koffein, er ist für Herz- und Kreislaufempfindliche bekömmlicher und minimiert auch den harntreibenden Effekt, so die DGE.

Wer zu viel Kaffee trinkt oder empfindlich auf Koffein reagiert, bei dem können sich Herzschlag und Blutdruck erhöhen, es kommt zu Nervosität, Muskelzittern und Schlaflosigkeit. "Koffein stimuliert den Kreislauf und regt das Nervensystem an. Je empfindlicher jemand ist, desto größer die Nebeneffekte", sagt Gahl. Dann heißt es: Konsum runterschrauben.

Mit den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit beschäftigen sich zahlreiche Studien. Leider liefern diese häufig widersprüchliche Ergebnisse, so Antje Gahl. "Manche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass sich Kaffee positiv auswirkt auf das Krebsrisiko, das Herzinfarktrisiko und den Blutdruck. Es gibt aber auch gegenteilige Meinungen." Daher gilt: Kaffee sollte vorrangig als Genussmittel betrachtet werden – nicht aber als Heilmittel gegen Krankheiten.

Für gesunde Erwachsene gibt es laut DGE keine Restriktionen. Empfohlen wird aber ein bewusster Konsum. Kinder sollten auf keinen Fall Kaffee trinken und auch Schwangeren wird von übermäßigem Konsum abgeraten. "Es ist noch nicht abschließend geklärt, ob der Genuss von Kaffee in Zusammenhang steht mit Entwicklungsstörungen beim Kind oder Fehlgeburten", sagt Gahl. Wichtig: Gleiches gilt für Grünen und Schwarzen Tee. Das darin enthaltene Teein wirke zwar langsamer als Koffein, habe aber die gleichen Effekte.

(RP)
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