JPMorgan könnte fünf Milliarden verzockt haben

JPMorgan könnte fünf Milliarden verzockt haben

New York/Washington (dpa) Fehlgeschlagene Finanzwetten bringen die US-Großbank JPMorgan immer stärker in Bedrängnis. Die Spekulationsverluste bei Amerikas größtem Kreditinstitut könnten einem Bericht zufolge auf fünf Milliarden Dollar steigen. Diese Zahl sei Bank-Chef Jamie Dimon Ende April als möglicher Maximalverlust genannt worden, heißt es in einem Online-Bericht des "Wall Street Journal" unter Berufung auf Konzernkreise. Damit wäre der Verlust deutlich höher, als Dimon zuletzt eingeräumt hatte.

In der vergangenen Woche war zunächst von einem Verlust von rund zwei Milliarden Dollar die Rede gewesen. Wortreich hatte Dimon davon berichtet und Versagen seiner Händler eingeräumt.

Am Donnerstag hatte die "New York Times" unter Berufung auf eingeweihte Personen berichtet, dass die Verluste mittlerweile bei mindestens drei Milliarden Dollar lägen, weil Hedgefonds und Spekulanten die Notlage der Bank ausgenutzt hätten.

Dem Bankenausschuss des Senats in Washington soll Dimon demnächst Rede und Antwort stehen. Der Ausschussvorsitzende Tim Johnson hatte ihn gebeten, in Washington zu erscheinen, "damit wir alle die Fakten besser verstehen". Eine Banksprecherin bestätigte die Zusage Dimons. Der genaue Termin der Anhörung steht noch nicht fest. Dabei geht es auch um eine Finanzmarktreform, die US-Präsident Barack Obama befürwortet. Das Gesetz soll Zocken der Banken mit eigenem Geld verhindern oder stark einschränken. Dimon lehnt die Reform vehement ab. Der Skandal wird nun wohl dazu führen, dass sein Wort weniger gehört wird. JPMorgan galt bisher als besonders gut geführte Bank ohne zu gefährliche Spekulationen.

(RP)
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