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IW-Studie zu Digitalisierung und Klimaschutz: Zwei Drittel der Firmen suchen IT-Spezialisten

Neue IW-Studie : Zwei Drittel der größeren Unternehmen suchen händeringend nach IT-Spezialisten für mehr Klimaschutz

Fast zwei Drittel oder mehr als 63 Prozent der größeren deutschen Unternehmen erwarten in den kommenden fünf Jahren erhebliche Personalengpässe bei IT-Experten, die den digitalen Übergang zu klimafreundlicheren Technologien und Produkten gestalten können. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Demnach rechnet die Mehrheit der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern mit einem steigenden Bedarf solcher IT-Spezialisten. Von allen Unternehmen erwarten rund 32 Prozent einen Mangel an Digitalspezialisten für den Übergang ins dekarbonisierte Zeitalter.

Insgesamt fehlen nach einer IW-Schätzung auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit zurzeit rund 31.300 IT-Experten in Deutschland, so die Studie. Der Fachlkräfteengpass werde in Zukunft auch mit Blick auf den Klimaschutz gravierender, warnen die Studienautoren. Denn durch Digitalisierung seien mehr Energieeffizienz, eine bessere Netzauslastung und der Einsatz neuerer Technologien und Produkte möglich, die zum Klimaschutz beitrügen. „Allerdings stehen viele Unternehmen vor Hemmnissen bei der Umsetzung von digitalen Lösungen, da es an Know-how fehlt“, heißt es in der Studie.

In der Informatik und bei IT-Spezialisten gebe es seit Jahren eine hohe Beschäftigungsdynamik. Gab es 2012 erst 190.000 sozialversicherungspflichte Beschäftigte in den IT-Expertenberufen, waren es bis Ende 2020 bereits 368.500 – eine Steigerung um knapp 94 Prozent, so die Studie. Doch die Zunahme reiche nicht aus, um den hohen Bedarf zu decken. Die Ursachen seien auch im Bildungssystem zu suchen. Bis 2019 sei die Zahl der Informatik-Hochschulabsolventen nur leicht gestiegen. Aktuell zeigten sich wegen der Corona-Krise wieder Rpckgänge der Informatik-Studenten aus dem Ausland. Die Zahl der Studienanfänger sei auch deshalb 2020 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Hinzu kämen die aktuellen Auswirkungen der Pandemie auf Schülerinnen und Schüler. „Mittelfristig dürften die coronabedingren Schulschließungen vor allem zu Kompetenzeinbußen der Schülerinnen und Schüler in Mathematik geführt haben, sodass die Potenziale an weiteren Studienanfängern in den kommenden Jahren weiter abnehmen dürften“, warnen die Forscher. Schon vor der Corona-Krise sei aber sichtbar gewesen, dass die compueter- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schülern der achten Klassen zwischen 2013 und 2018 nicht zugenommen hätten. Bund und Länder müssten künftig mehr tun, um für einen besseren Nachwuchs an IT-Spezialisten zu sorgen, die für den Klimaschutz in Unternehmen unerlässlich seien, so die Forscher.