IW-Studie: Stark digitalisierte Firmen stellen mehr ein als weniger digitalisierte

IW-Studie : Stark digitalisierte Unternehmen stellen mehr ein als weniger digitalisierte

Das Institut der deutschen Wirtschaft findet in einer empirischen Studie weiterhin keine Hinweise darauf, dass die Digitalisierung zu einem massiven Beschäftigungsabbau führen wird.

Stark digitalisierte Unternehmen haben in den vergangenen Jahren im Durchschnitt mehr Mitarbeiter eingestellt als weniger digitalisierte Firmen. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Sie basiert auf Daten des IW-Personalpanels, einer jährlichen Umfrage des Instituts bei rund 1200 Personalleitern und Geschäftsführern von deutschen Unternehmen. Demnach haben in den Jahren 2015 bis 2017 rund 62 Prozent der stark digitalisierten Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Dagegen waren es in den Unternehmen, für die das Internet bei ihren Geschäftsaktivitäten eine weniger wichtige Rolle spielt, nur rund 44 Prozent, die mehr Mitarbeiter eingestellt haben. Dass Roboter in großem Stil Menschen aus den Jobs verdrängten, sei bisher weiterhin noch nicht erkennbar, so IW-Studienautor Oliver Stettes.

Stark digitalisierte Unternehmen sind in der Studie solche, die sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung befassen und bei denen das Internet eine hohe Bedeutung für die Geschäftsaktivitäten aufweist. Der Studie zufolge finden sich bisher keine Belege für die populäre Hypothese, dass die Digitalisierung zu einem massiven Beschäftigungsabbau führen wird. Allerdings ist darin gut erkennbar, dass der Anteil der hochqualifizierten Akademiker, die häufig an Internetarbeitsplätzen tätig sind, in stark digitalisierten Unternehmen um 7,7 Prozentpunkte und damit signifikant größer ist als in weniger digitalisierten Unternehmen.

Die Beschäftigungsentwicklung vollziehe sich in den Unternehmen allerdings uneinheitlich, so Stettes. Während etwa in der Informationswirtschaft und bei den wissensintensiven Dienstleistern der Digitalisierungsgrad und die Beschäftigung gleichermaßen gestiegen seien, sei die Beschäftigung im Bereich des Banken- und Versicherungsgewerbes und bei der Energie- und Wasserversorgung trotz eines fortschreitenden Digitalisierungsprozesses gesunken. Ein Großteil des Beschäftigungsaufwuchses im Handel, im Gesundheitswesen und bei Verkehr und Logistik entfiel auf Helfertätigkeiten, die wenig mit digitalen Tätigkeiten zu tun haben, so die Studie.

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