Düsseldorf: In Fleischfabriken erhebliche Verstöße gegen Arbeitsschutz

Düsseldorf: In Fleischfabriken erhebliche Verstöße gegen Arbeitsschutz

Alle Großschlachtereien in NRW verstoßen nach Angaben von Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) gegen gesetzliche Bestimmung. Bei einer landesweiten Schwerpunktkontrolle habe sich herausgestellt, dass es vor allem erhebliche Verstöße gegen die Regelungen zur Arbeitszeit und zum Arbeitsschutz gebe. Ein zu geringer Abstand der Beschäftigten am Fließband berge die Gefahr, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig mit den extrem scharfen Messern verletzten. Den "ertappten" Unternehmen drohen Bußgelder von bis zu 20 000 Euro.

Schneider kritisiert zudem "Auswüchse von Leiharbeit, Minijobs und Werkverträgen". Bei Werkverträgen werde zumeist nach zu leistender Arbeit und nicht nach dem zeitlichen Aufwand bezahlt. Die Folge seien vielfach "Hungerlöhne", so der Minister, der von "frühkapitalistischen Zuständen" sprach. Der SPD-Politiker kündigte an, zusammen mit Niedersachsen eine Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen: Eine Weitergabe der Werksvertragsarbeit an Subunternehmen soll demnach nur noch bis zur zweiten Stufe erfolgen dürfen. Außerdem sprach sich Schneider für einen Mindestlohn von 8,50 Euro im Fleischerhandwerk aus. Mit Interesse sehe er, dass jetzt auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) für eine tarifliche Regelung eintrete.

(hüw)
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