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In Düsseldorf und Köln werden die Flugkapazitäten hochgefahren. Eurowings setzt stark auf Griechenland und fliegt wieder nach München.

Wegen Corona-Angst sagen viele Reisende ihre Reisen ab. : Mehr Betrieb an NRW-Flughäfen

Experten rechnen wegen Überkapazitäten mit Schnäppchen bei Flügen und Hotels. Viele Reisende stornieren auch jetzt noch Reisen, erzählt der Chef von Schauinsland. München und Paris werden wieder angeflogen.

Ab Montag könnte der Verkehr an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn stark wachsen. Das sagten Thomas Schnalke, Chef des Airports Düsseldorf, und Jens Bischof, Geschäftsführer der Fluggesellschaft Eurowings. Hauptgrund: Die allgemeine Einreisebeschränkung in Spanien gilt dann nicht mehr. Außerdem hat die Bundesregierung die Reisewarnung für die meisten Länder Europas auslaufen lassen.

Schnalke rechnet ab Montag mit ungefähr zehn Prozent des im Sommer üblichen Flugverkehrs. Schnell soll das Angebot am Airport Düsseldorf auf rund ein Drittel der früheren Kapazität steigen. Das wären rund 250 bis 300 Flüge am Tag ab Düsseldorf.

Gerald Kassner, Chef des Duisburger Veranstalters Schauinsland, rechnet ab Juli damit, rund ein Drittel des früheren Reisevolumens zu verkaufen. Allerdings würden aktuell bis zu 70 Prozent der gebuchten Reisen wieder storniert. Kunden würden geänderte Abflugtermine als Begründung nennen, sagte er. Vermutlich verzichten viele Urlauber wohl auch auf Reisen, weil sie Infektionen oder andere Probleme befürchteten.

Die Branche wirbt um neues Vertrauen. Schnalke berichtet, der Airport werde trotz des noch relativ niedrigen Verkehrs zwei der drei Terminals nutzen, um Passagiere mit großen Abständen und ohne Bustransport abfertigen zu können. Bischof erklärte, das Ansteckungsrisiko sei bei Flugreisen sehr niedrig, weil aus den Düsen oberhalb der Passagiere kontinuierlich reine Luft in die Kabine ströme. Sicherheitshalber müssen die Reisenden im Flugzeug und im Airport aber Mundschutz tragen. Das Risiko in den Zielgebieten sei niedrig, weil insgesamt viel weniger Reisende als früher kämen.

Die niedrigen Gästezahlen führen allerdings zu hohen Verlusten der Unternehmen. Schnalke: „Der Markt wird kleiner sein.“ Die Manager waren sich einig, dass Flüge und Pauschalreisen in diesem Sommer günstig sein werden. Es gebe große Überkapazitäten.

Eurowings nannte unserer Redaktion die Zahl der für Juli geplanten Flüge: Es werden ab Düsseldorf 1100 Flüge zu mehr als 50 Zielen sein. Im Juni sind es nur 435 Flüge hin zu 35 Zielen.

Neue Ziele im Juli sind unter anderem Paris, München, Korfu. Rhodos, Heraklion, Kos, Thessaloniki und Lamezia Therme.

Ab Köln werden im Juli 560 Flüge abheben hin zu 25 Destinationen. Im Juni waren es nur 184 Verbindungen auf 18 Routen.