Tarifverhandlungen gescheitert IG Metall NRW ruft zu Warnstreiks für Donnerstag auf

Düsseldorf · In der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen drohen ab Donnerstag erste Warnstreiks. Die IG Metall lehnte am Dienstag bei Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten der Branche in Düsseldorf ein erstes Angebot der Arbeitgeber als "völlig unzureichend" ab.

 IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler.

IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler.

Foto: Andreas Endermann

"Was die Arbeitgeber heute vorgelegt haben, ist schlicht zu wenig", sagte IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler. "Unsere Antwort heißt deshalb Warnstreik."

Die Arbeitgeber hatten bei den Düsseldorfer Verhandlungen - wie zuvor schon im Südwesten - 2,2 Prozent mehr Geld angeboten bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Metall NRW, Arndt Kirchhoff, sagte, angesichts der unsicheren Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei das Angebot "sehr fair". Es bedeute einen erneuten spürbaren Kaufkraft-Zuwachs für die Mitarbeiter.

Die IG Metall fordert für die rund 700.000 Beschäftigten der Branche 5,5 Prozent mehr Geld, eine flexiblere Altersteilzeit sowie eine tarifliche Bildungszeit. Giesler kritisierte vor allem die Haltung der Arbeitgeber bei den Themen Altersteilzeit und Weiterbildung. Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber solle die Altersteilzeit halbiert und auf besonders Belastete reduziert werden. Die Forderung nach Bildungsteilzeit wiesen sie ganz zurück.

Die Gewerkschaft rief die Arbeitnehmer zu Warnstreiks ab Donnerstag auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Erste Warnstreikaktionen würden unter anderem bereits am Donnerstag um 0 Uhr beim Röhrenhersteller Benteler in Paderborn erwartet, hieß es bei der IG Metall. Auch in Baden-Württemberg soll es ab Donnerstag erste Warnstreiks geben.

Die Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen sollen am 6 Februar in Mülheim an der Ruhr fortgesetzt werden.

(lnw)