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IG BAU für Kündigungsschutz für Reinigungskräfte

Coronakrise : IG BAU fordert Kündigungsschutz für Reinigungskräfte

Kurzarbeitergeld reiche hier nicht zum Leben. Und im Niedriglohnbereich bestünden keine Reserven.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert wegen der Coronakrise dringend Schutzausrüstungen auch für Reinigungskräfte sowie ein Kündigungsverbot in der Branche. „In der Gebäudereinigung sehen wir, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Information nach Hause geschickt werden. Viele haben Angst um ihre Jobs“, sagte IG BAU-Vorstandsmitglied Ulrike Laux unserer Redaktion. Selbst wer Kurzarbeitergeld bekomme, stehe vor dem Desaster. „Denn das Kurzarbeitergeld reicht nicht zum Leben, und wer im Niedriglohnbereich arbeitet, hat keine Reserven.“ Laux forderte: „Nicht zuletzt muss ein Kündigungsverbot her.“

Die Regierung müsse sicherstellen, dass die Finanzhilfen für die Folgen der Krise gerecht verteilt würden. „Es darf nicht passieren, dass Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden und die Menschen, für die sie gedacht sind, zu wenig davon haben." Außerdem müsse die Bundesregierung Reinigungsunternehmen verpflichten, Seuchenschutzmaßnahmen für alle Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger anzuwenden. Dazu gehörten Schutzausrüstungen und ausreichend Zeit für eine gründliche Reinigung.

Der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Pascal Meiser, mahnte: „Reinigungskräfte sind auch in diesen schwierigen Zeiten unverzichtbar. Mit ihrer Arbeit tragen die Gebäudereiniger tagtäglich dazu bei, dass sich das Corona-Virus nicht noch schneller ausbreitet.“ Für die Zeit der Krise müssten die Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet werden, in der Branche einen steuerfreien Erschwerniszuschlag zu zahlen. Auch Meiser appellierte, Reinigungskräfte nicht zu entlassen, weil Gebäude derzeit geschlossen sind und nicht gereinigt werden. „Es darf nicht sein, dass diejenigen, die sonst unser aller Dreck wegmachen, in der aktuellen Krise als erstes unter die Räder kommen.“

(kd)