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Düsseldorf: HSBC Trinkaus: Gewinn schrumpft

Düsseldorf : HSBC Trinkaus: Gewinn schrumpft

Das Unternehmen begründet dies mit hohen Investitionen in die Zukunft.

Wenn in einem Unternehmen der Gewinn um etwa 18 Prozent sinkt, ist das in der Regel ein Grund, darüber nachzudenken, was die Unternehmensführung falsch gemacht haben könnte. Beim Düsseldorfer Bankhaus HSBC Trinkaus ist das Vorsteuerergebnis zwar in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 108,1 Millionen Euro gesunken und der Überschuss in gleichem Ausmaß auf rund 72,6 Millionen Euro. Aber das Management nimmt den Rückgang gelassen zur Kenntnis.

Vorstandssprecher Andreas Schmitz und sein Vorstandskollege Paul Hagen verweisen stattdessen darauf, wie massiv die Bank das Geschäft mit Firmenkunden ausbauen will. Dazu will Trinkaus etwa 500 Millionen Euro investieren, vor allem in neue Mitarbeiter und die IT. Das hatte das Unternehmen im Rahme seiner Wachstumsinitiative im vergangenen Jahr bereits angekündigt, und es ist auf diesem Weg nach eigener Einschätzung ein gutes Stück vorangekommen.

Laut Hagen soll das Firmenkundengeschäft im gehobenen Mittelstand in den kommenden Jahren um etwa zehn Prozent wachsen. Er schließt nicht aus, dass Trinkaus sich für diese Ziele in nächster Zeit noch einmal frisches Kapital besorgen wird: "Wir schauen uns das genau an." Die Kernkapitalquote der Bank lag Ende Juni bei 8,8 Prozent. Von den 500 neuen Mitarbeitern, die bei Trinkaus eingestellt werden sollten, seien 250 schon da, davon etwa 100 im Vertriebsbereich.

Für Vorstandssprecher Schmitz ist die Bank bei ihren Wachstumsplänen in einer komfortablen Position. Trinkaus verfüge über ihre britische Konzernmutter HSBC über ein großes internationales Netzwerk und sei beispielsweise in China und Brasilien deutlich stärker vertreten als die Deutsche Bank, die in diesem Bereich der größte Wettbewerber sei. Zudem sei die Reputation des Düsseldorfer Bankhauses wegen der Stabilität und Kontinuität der vergangenen Jahre hervorragend.

Ab dem übernächsten Jahr sollen sich die Investitionen in Personal und IT auszahlen; dann könnte der Gewinn bei Trinkaus wieder deutlich steigen. Auch was die zweite Hälfte des laufenden Jahres angeht, ist der Vorstand zuversichtlich. Die sechs Monate zwischen Juli und Dezember würden über Plan liegen, sagt Schmitz voraus. Wenn die Märkte mitspielen, so die Konsequenz, werde das Unternehmen den Rückstand aus dem ersten Halbjahr verringern.

(RP)