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Hilfsgelder für Forstwirte bleiben liegen

Nach massiven Dürre-Schäden : Hilfsgelder für Forstwirte bleiben liegen

Die von der Bundesregierung bereitgestellten Mittel für die Dürre-Schäden in Wäldern werden kaum abgerufen. Grund dafür sind nach Einschätzungen der FDP hohe bürokratische Hürden.

Dürren und sich ausbreitende Schädlinge wie der Borkenkäfer haben in den vergangenen Jahren zu hohen Schäden in der Forstwirtschaft geführt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Demnach beliefen sich die Waldschäden in den Jahren 2018 bis 2020 mit Stand 18.August auf rund 178 Millionen Kubikmeter Schadholz und 285.000 Hektar, die wieder aufgeforstet werden müssen. Zugleich bleiben aber große Teile der Hilfsgelder liegen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte den Forstwirten für die Jahr 2020 bis 2023 insgesamt 547 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt. Auch die Länder gaben Mittel frei, insgesamt belaufen sich die Waldhilfen bis 2023 damit auf rund 800 Millionen Euro. Die Bundesregierung und die Landesregierungen wollten damit den schwer gebeutelten Waldbesitzern unter die Arme greifen, zusätzlich traf sie in diesem Jahr die Corona-Krise, die das Absatzgeschäft in andere Länder negativ beeinflusste.

Doch die Hilfsgelder fließen nur stockend ab, wie die Antwort der Regierung nun ergab. Bislang landeten nicht einmal 30 Millionen Euro bei den Forstwirten. „Erst 28,1 Millionen Euro sind bundesweit zur Bewältigung von Extremwetterereignissen im Wald geflossen“, sagte Karlheinz Busen, forstpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Dabei sei im laufenden Jahr ein Betrag von 153 Millionen Euro verfügbar. „Viele Waldeigentümer schildern uns, dass die Anträge zu bürokratisch seien“, sagte Busen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse dringend ihre Länderkollegen zu einer einfacheren und schnelleren Umsetzung der Waldmaßnahmen auffordern und Anreize dafür schaffen. „Der Anteil des Bundes bei der Finanzierung könnte zum Beispiel für bis zum 31. Dezember noch ausgezahlte Beträge erhöht werden“, sagte Busen. Er forderte die Bundesregierung auf, Holz aufzukaufen und einzulagern. Waldbesitzer hätten keinerlei Anreize, Schadholz aus den Wäldern zu holen, weil die Kosten derzeit höher sind als die Erträge. „Wenn der Bund zu Selbstkosten aufkauft, besteht dieser Anreiz“, sagte Busen. Wenn sich die Lage entspannt habe, könne der Bund das Holz wieder verkaufen.

(jd/kd)