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Hilden: Rätseltouren statt Freizeitpark - Dirk Podubrin sieht Corona-Krise als Chance

Geschäftsidee in der Corona-Krise : Ein Hildener Unternehmer trifft den Nerv der Zeit

Der Hildener Dirk Podubrin betreibt einen der größten Indoor-Freizeitparks Deutschlands. Aus der Not, nicht öffnen zu dürfen, ist eine neue Geschäftsidee entstanden, für die er nun sogar ausgezeichnet wird.

Normalerweise hat Dirk Podubrin tagsüber nahezu keine ruhige Minute, denn seine Kunden wollen vor allem eines: Spaß haben, Toben und Ablenkung. Doch seit über einem Jahr herrscht gähnende Leere in einem der größten Indoor-Freizeitparks in Deutschland, den Podubrin seit 2013 in Gelsenkirchen betreibt.

Im vergangenen Sommer durfte der „Alma Park“ einige Wochen öffnen, doch das war aufgrund der Corona-Beschränkungen schnell wieder vorbei. „Wenn man sonst jeden Tag zur Arbeit geht und sehr viele lachende Kinder und fröhliche Menschen um sich herum hat, zieht einen die aktuelle Situation schnell runter“, sagt Podubrin, der gemeinsam mit seinen beiden Geschäftspartnern Andreas Althoff und Jens Haltermann in den vergangenen Jahren auf 15.000 Quadratmetern einen riesigen Freizeit-Spaß aufgebaut hat. Lasertag, Trampolinspringen, Abenteuergolf – all das ist für Familien, Gruppen oder Junggesellenabschiede möglich. Etwa 120.000 Besucher kommen jährlich in den „Alma Park“. In diesem Jahr liegt die Zahl der Besucher bislang bei null.

So geht es in Nordrhein-Westfalen zahlreichen Unterhaltungs- und Freizeitbetrieben. Das „Phantasialand“ in Brühl oder der „Movie Park Germany“ in Bottrop gehören zu den prominentesten Beispielen, die 2019 noch zusammen rund 3,5 Millionen Besucher zu verzeichnen hatten. Der „Alpenpark“ in Neuss oder das „Irrland“ in Kevelaer sind wesentlich kleiner, doch auch sie tragen seit Jahren ihren Teil zur Bespaßung von Groß und Klein bei. Alle eint die Ungewissheit, wann sie nach Monaten des Wartens endlich wieder öffnen dürfen und die Sorgen der Mitarbeiter. Das weiß auch Dirk Podubrin: „Vor der Corona-Krise hatten wir rund 70 Leute beschäftigt, dazu zählen rund 15 Festangestellte“, sagt er.

Durch die Corona-Krise habe sein Unternehmen einen hohen sechsstelligen Betrag eingebüßt. Statt zu Jammern hat er nun etwas Neues auf die Beine gestellt und so ein weiteres Kulturangebot geschaffen: Rätsel-Touren an der frischen Luft, die an ausgewählten Ausflugszielen in Nordrhein-Westfalen gespielt werden können. „Wir wollen die Krise als Chance sehen, um unsere Zeit in ein neues Projekt zu investieren“, sagt Podubrin. Für das Projekt namens „Sir Peter Morgan“ wurde eigens eine neue Firma gegründet. „Die Idee basiert auf unseren Escape Rooms, die wir normalerweise in unserem Park anbieten“, erzählt er weiter.

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Dabei werden die Teilnehmer in einen Raum geschickt, der einen thematischen Schwerpunkt hat. Gemeinsam müssen dann knifflige Rätsel gelöst werden, um sich innerhalb einer bestimmten Zeit aus dem Raum zu befreien. Nun wurde das Konzept nach draußen verlagert. Der Landschaftspark in Duisburg ist einer der Orte, an denen gespielt werden kann. Dort spazieren die Teilnehmer durch die Industriekultur und müssen an verschiedenen Punkten immer wieder Aufgaben lösen. „Die Rätsel denken wir uns in kreativen Teams alle selbst aus, das macht großen Spaß“, so Podubrin.

Kürzlich ist auch in Düsseldorf die erste Tour fertiggeworden, es geht durch die Altstadt. Insgesamt werde das Geschäftskonzept gut angenommen, bereits hunderte Rätselfreunde hätten an den Touren in Nordrhein-Westfalen teilgenommen, sagt Podubrin. Damit sei er zufrieden. „Das ist ein Lichtblick für uns, deshalb blicken wir in diesen schwierigen Zeiten nach vorne“, sagt der Hildener. Für ihn und seine Kollegen sei es eine gute Abwechslung, doch natürlich hoffe er darauf, in absehbarer Zeit auch seinen Indoor-Park wieder öffnen zu dürfen. „Da sind wir wahrscheinlich als Letztes dran, aber das hängt auch davon ab, wie es mit den Impfungen vorangeht“, betont Podubrin.

Seinen Optimismus hat er trotz der Krise nicht verloren. Mittlerweile hätten sogar schon Investoren angeklopft, die sich für das Projekt interessieren. „Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir da gerade Anklang finden“, sagt Podubrin. Das IHK-Tourismusforum Ruhr zeichnet die Geschäftsidee am 2. Juni aus – als eines von drei Beispielen, wie man aus der Corona-Krise etwas Positives erschaffen kann.