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Berlin: Hauspolicen und Autofahren teurer

Berlin : Hauspolicen und Autofahren teurer

Die Versicherer melden Beitragssteigerungen von mehr als drei Prozent.

Hausbesitzer und Autofahrer müssen mit weiteren Beitragserhöhungen rechnen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Wohngebäudeversicherer im vergangenen Jahr zum 13. Mal in Folge Verluste gemacht, während die Kfz-Versicherer durch stark steigende Beitragseinnahmen bereits in die schwarzen Zahlen fahren. Zum notwendigen Umfang der Beitragserhöhung äußerte sich GDV-Schaden- und Unfallchef Norbert Rollinger allerdings nicht: "Das ist eine Entscheidung jedes einzelnen Unternehmens." Schwarze Zahlen dürfte die Branche erst bei einer Erhöhung von mehr als vier Prozent schreiben.

Zwar gibt es laut GDV einen intensiven Wettbewerb um Hausbesitzer, doch besonders ältere Immobilien sind nach Aussagen von Versicherungsmaklern immer wieder von Beitragserhöhungen betroffen. Alternativ verlangen die Versicherer eine deutlich höhere Selbstbeteiligung. In älteren Gebäuden fürchten die Versicherer vor allem Schäden durch marode Wasserleitungen. Wichtig für Kunden, die einen neuen Anbieter suchen: voller Versicherungsschutz auch bei grob fahrlässigem Verhalten des Kunden.

Insgesamt schafften die Schaden- und Unfallversicherer 2014 bei einem Prämienanstieg um 3,4 Prozent auf 62,5 Milliarden Euro schwarze Zahlen. Vor allem die Autoversicherung hat sich verbessert. Hier stiegen die Beitragseinahmen um 4,6 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Trotzdem rechnen Experten damit, dass die Beiträge vor allem für Altkunden 2015 weiter steigen werden. In der Kfz-Haftpflichtversicherung müssen Autofahrer noch mit einer Steigerung von 1,5 Prozent rechnen, in den Vollkasko-Versicherungen sogar mit drei Prozent.

Für Gebrauchtwagenfahrer wollen die Versicherer die Sicherheit bei Unfällen erhöhen. Anfang 2016 will der GDV über seine Mitglieder bundesweit einen "Notfallstecker" zum Nachrüsten anbieten. Damit sollen in Notfällen automatisch Rettungskräfte benachrichtigt werden. Für Neufahrzeuge wird ein solches System (E-Call) erst zum 31. März 2018 Pflicht. Die Autoversicherer wollen bei Gebrauchtwagen schneller als die Autobauer sein, da sie Angst haben, dass sie durch E-Call vom Zugriff auf Unfallmeldungen abgeschnitten werden könnten. "Wichtig ist uns, dass der Autofahrer bei telematischen Zusatzdiensten frei entscheiden kann, an wen die Fahrzeugdaten übermittelt werden", betont GDV-Präsident Alexander Erdland.

(RP)