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Düsseldorf: Hapag-Lloyd plant Börsen-Rückkehr

Düsseldorf : Hapag-Lloyd plant Börsen-Rückkehr

Während andere ihre Emission verschieben, könnten die Hamburger noch 2015 an den Markt kommen.

Eigentlich wollte die German Startups Group (GSG) schon am 17. Juli ihr Börsendebüt geben. Kurzfristig wurde die Zeichnungsfrist um vier Tage verlängert. Schon das legte die Vermutung nahe, dass die Nachfrage privater und institutioneller Anleger eher schleppend verlief. Gestern platzte der Börsengang des Berliner Risikokapitalfinanzierers endgültig. Auch die Verlängerung der Zeichnungsfrist habe nicht die erhoffte Nachfrage nach den Aktien gebracht, räumte das Unternehmen gestern ein und erklärte: "In diesem Umfeld sieht das Management keine Möglichkeit, die Gesellschaft zu einem angemessenen Kurs an die Börse zu bringen." Mit dem Börsenerlös wollte sich GSG an weiteren jungen Firmen beteiligen und bestehende Anteile aufstocken.

Auch andere Kandidaten haben ihre Börsenpläne erst einmal komplett auf Eis gelegt. Dazu gehören der Damenmodehändler CBR und die Berliner Wohnimmobiliengruppe Ado. Sie rechtfertigten die Verschiebung auf unbestimmte Zeit mit den Unsicherheiten an den Finanzmärkten als Folge des griechischen Schuldendramas. Einen ordentlichen Einstand feierte die Deutsche Pfandbriefbank (pbb).

Weniger Freude wiederum hatten die neuen Aktionäre von Elumeo. Gleich am ersten Handelstag rutschte der Kurs unter den Ausgabepreis von 25 Euro. Dabei hatte der Schmuckspezialist vor dem Börsengang schon Zugeständnisse machen müssen. So wurden statt der ursprünglich geplanten 2,54 Millionen Anteilscheine nur 1,725 Millionen angeboten. Die Gruppe vertreibt ihre in Thailand gefertigten Produkte online, über Homeshopping-Fernsehsender in Deutschland, Großbritannien und Italien sowie Webshops in vielen Ländern Europas.

Einen neuen Anlauf für die Rückkehr auf das Börsenparkett könnte noch 2015 Hapag-Lloyd wagen. Die Reederei hatte das Comeback schon 2011 anvisiert, wurde aber von den Turbulenzen an den Finanzmärkten nach der Reaktorkatastrophe in Japan gebremst. Anschließend durchkreuzte die weltweite Schifffahrtskrise das Vorhaben. Die Hamburger fusionierten im vergangenen Jahr mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV und vereinbarten seinerzeit den Gang an die Börse. Angeblich sollen die Deutsche Bank, die Berenberg-Bank und Goldman Sachs schon damit beauftragt worden sein, die Rückkehr des hanseatischen Konzerns an den Aktienmarkt zügig umzusetzen.

(RP)