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Handwerk stützt Regierung bei Landesbauordnung

Streit um Dachgauben : Handwerk stützt Regierung bei Landesbauordnung

Die geplante Novelle hat einen politischen Streit ausgelöst. Derweil drängen Handwerk und Bauwirtschaft auf die sogenannte Kleine Bauvorlageberechtigung für bestimmtre Handwerkergruppen.

(gw) Im politischen Streit um die Neufassung der Landesbauordnung stellt sich das NRW-Handwerk klar hinter die schwarz-gelbe Landesregierung. „Der Ausbau von Dachgeschossen kann helfen, den Wohnungsbedarf ohne Flächenfraß zu decken“, erklärte am Mittwoch Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk NRW. „Deshalb ist es richtig, dass die Regierungsfraktionen CDU und FDP vorschlagen, Dachgauben unter bestimmten Fällen genehmigungsfrei zu stellen und in anderen Fällen die Möglichkeit zu eröffnen, auch Handwerksmeistern den Entwurf der Bauvorlage für Dach­gauben zu erstellen“, so Ehlert.

Noch besser wäre es aus seiner Sicht, wenn es auch in Nordrhein-Westfalen eine sogenannte Kleine Bauvorlageberechtigung für Maurer- und Zimmerermeister gäbe – „selbstverständlich mit vergleichbaren Fortbildungs- und Versicherungspflichten wie für Architekten und Ingenieure“, betonte Ehlert. Diese Berechtigung würde es Handwerkern ermöglichen, Bauanträge selbst einzureichen, was nach der aktuellen Bauordnung ausschließlich Architekten und Ingenieuren vorbehalten ist. „Das klappt in anderen Bundesländern problemlos und macht das Bauen einfacher und preiswerter“, sagte er. 

Aktuell wenden Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt diese Regelungen an. In NRW ist Schwarz-Gelb aber mit dem Vorschlag nicht durchgedrungen. Hierzulande sprechen sich Architekten- und Ingenieurskammern dagegen aus. Daraus ist dann die Kompromiss-Idee mit der geplanten Genehmigungsfreiheit bei den Dachgauben entstanden. Man hätte ein Entgegenkommen bei der Ausweitung der Kleinen Bauvorlageberechtigung seitens der Architekten- und Ingenieurkammer begrüßt, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW, Hermann Schulte-Hiltrop: „Dies hätte den Koalitionsfraktionen die Kritik zu den gut gemeinten Vereinfachungen bei Dachgauben erspart.“

Die Kritik kommt von der Opposition, aber auch vom Städtetag NRW. Beide fühlen sich von Schwarz-Gelb überrumpelt. Der Bauausschuss des Landes konnte sich am Mittwoch erneut nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen. Die für gestern geplante Verabschiedung der Novelle fiel daher aus. In der kommenden Woche soll es eine weitere Anhörung geben. Ob die Neufassung der Landesbauordnung damit wie geplant am 1. Juli in Kraft treten kann, bleibt offen.