Handelskonzern Ceconomy: Dividende fällt aus

Handelskonzern in der Krise : Ceconomy spart sich die Dividende

Der Konzern streicht nach zwei Gewinnwarnungen die Dividende. 2018/19 steht im Zeichen des Umbaus.

Das Dasein als Anteilseigner des Elektronikhandelskonzerns Ceconomy ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 76 Prozent ihres Wertes verloren, gegenüber dem Start im Juli 2017 ist das Papier um zwei Drittel eingebrochen. Zwei Gewinnwarnungen binnen weniger Monate haben das Vertrauen der Aktionäre nachhaltig erschüttert. Am Mittwoch kamen neue Hiobsbotschaften: Erstens rechnet Ceconomy nach einem Gewinneinbruch im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 auch für das Folgejahr mit sinkenden Erträgen, zweitens haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, dass es keine Ausschüttung geben soll. Die Börse reagierte darauf mit einem Kursabsturz. Zwischenzeitlich ging es um fast 15 Prozent nach unten.

„Wir glauben, dass es derzeit nicht im Interesse des Unternehmens ist, finanzielle Mittel in Form einer Dividende auszuzahlen“, sagte der noch amtierende Finanzvorstand Mark Frese. Er scheidet zum Jahresende aus und wird vorübergehend durch Aufsichtsratsmitglied Bernhard Düttmann ersetzt, der in dieser Funktion schon für Lanxess und Beiersdorf gearbeitet hat. Düttmann bleibt im Amt, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist, und soll dann ins Kontrollgremium zurückkehren.

Die Zeichen stehen auf Neuanfang. Ceconomy soll zentraler geführt werden, es soll schneller und serviceorientierter werden, nachdem das bisherige Management die Umsetzung der Strategie nicht schnell genug vorangetrieben hat und dennoch zu hohe Erwartungen an die Ergebnisse hatte. Erwartungen, die beispielsweise wegen der Rabattschlachten auf dem Heimatmarkt, der Währungsprobleme in der Türkei und unerwartet niedrigen Lieferantenbeiträgen nicht zu erfüllen waren. Am Ende lag Ceconomy bei den Gewinnzahlen um 80 Millionen (Ebitda) und 91 Millionen Euro (Ebit) unter den Prognosen. Der Umsatz sank um knapp ein Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt blieb ein schmales Plus von 0,2 Prozent.

Der neue Hoffnungsträger heißt Ferran Reverter, Spanier und neuer Chef bei Media-Markt-Saturn, dem Kernstück von Ceconomy. Aber er ließ gestern viele Fragen offen, verwies stattdessen darauf, dass man im neuen Jahr Details bekanntgeben werde. Dass die Stores kleiner werden sollen und es in ihnen mehr Service geben soll als bisher, war der Börse als Nachricht zu wenig. Auch die Tatsache, dass der erste Teilverkauf des Metro-Pakets nach einer Abschreibung um 268 Millionen Euro mit Gewinn verkauft wurde, half da nicht.

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