Hambacher Forst: RWE-Mitarbeiter beim Aufräumen mit Steinen attackiert

Aufräumaktion im Hambacher Forst : RWE-Mitarbeiter mit Steinen und Fäkalien attackiert

Mit Unterstützung der Polizei haben RWE-Mitarbeiter am Montag im Hambacher Forst aufgeräumt. Dabei wurden sie laut Polizei mit Steinen und Fäkalien attackiert. Verletzt wurde niemand.

Bei Aufräumarbeiten des Energiekonzern RWE im Hambacher Forst ist es nach Polizeiangaben am Montag zu Zwischenfällen gekommen. Bei einem fahrenden RWE-Fahrzeug sei durch Steinwürfe die Heckscheibe zu Bruch gegangen, aber niemand verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ein RWE-Mitarbeiter sei von einem Baumhaus-Bewohner mit Fäkalien beworfen worden. Auch einen sogenannten Bengalo - Pyrotechnik - habe der Mann geworfen. Dieser sei am Boden abgebrannt.

Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erwirkte die Staatsanwaltschaft Aachen einen Durchsuchungsbeschluss für das betreffende Baumhaus. „Die Polizei forderte den Tatverdächtigen mehrfach auf, das Baumhaus freiwillig zu verlassen“, hieß es. Bis zum späten Montagabend habe er dies nicht getan. Es werde weiter versucht, den Mann zum freiwilligen Verlassen des Baumhauses zu bewegen. In einem Tweet hieß es, die Polizei sei nicht im Wald, um Baumhäuser zu räumen: „Sobald die Identität des Fäkalienwerfers festgestellt wurde, beendet die Polizei Aachen sämtliche Maßnahmen.“

Die Aktion Unterholz von Klimaaktivisten warf der Polizei per Twitter Provokation vor. In einer Pressemitteilung forderten die Aktivisten den sofortigen Stopp der Polizeiarbeiten im Hambacher Forst. RWE holte unter Polizeischutz Müll aus dem Wald am Tagebau Hambach, wie die Polizei mitteilte. Es seien 80 Kubikmeter Unrat und 40 Kubikmeter Holz entsorgt und sieben Bäume gefällt worden. Auch eine Weltkriegsgranate sei zufällig gefunden und dann von Munitionsexperten entfernt worden. Nach RWE-Angaben wurden auch Zelte - mutmaßlich von Waldbesetzern - weggeräumt. Um eine unbesetzte Plattform abräumen zu können, seien neun junge Bäume gefällt worden, sagte ein RWE-Sprecher.

Die Polizei hatte im vergangenen Herbst 86 Baumhäuser von Braunkohlegegnern geräumt. Anfang Januar waren knapp 50 neue Baumhäuser und andere Bauten gezählt worden. Im Hambacher Forst gilt bis Herbst 2020 ein Rodungsstopp. Eine Garantie für den Erhalt des Waldes hatte das Kölner Verwaltungsgericht jedoch abgelehnt. Das Gericht wies zuletzt drei Klagen des Umweltverbands BUND gegen den Braunkohletagebau in Hambach ab. Einen vom Gericht vorgeschlagenen Vergleich hatte der Energiekonzern RWE als Eigentümer des Waldes zuvor abgelehnt.

(kess/dpa)