„Bürokratie ist erdrückend“ Habeck sorgt sich um Zustand der deutschen Wirtschaft

Leipzig · Der Wirtschaftsminister ist auf Tour. In Leipzig geht es zum Auftakt um die Lage der Wirtschaft. Das Handwerk sagt: geredet worden ist genug.

 Habeck reist von aktuell durch mehrere Bundesländer.

Habeck reist von aktuell durch mehrere Bundesländer.

Foto: dpa/Jan Woitas

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich besorgt über den Zustand der deutschen Wirtschaft gezeigt. „Insgesamt müssen wir in diesem Land wieder mehr investieren und das Wirtschaftswachstum zum Laufen bringen“, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch bei einem handwerkspolitischen Forum in Leipzig zum Auftakt einer dreitägigen Länder-Tour.

Habeck stellt in der kommenden Woche den Jahreswirtschaftsbericht vor. Erwartet wird, dass die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr gegenüber der letzten Prognose im Herbst deutlich herunterschraubt und nur noch mit einem Mini-Wachstum rechnet. Sowohl Habeck als auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) wollen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken, die Vorschläge sind allerdings unterschiedlich.

Der Bundeswirtschaftsminister wurde bei dem Forum auf der Leipziger Messe vereinzelt mit Buh-Rufen empfangen. Habeck trat erneut für eine Reform der Schuldenbremse ein. „An mir soll es nicht scheitern.“ Die FDP und die Union lehnen eine Reform aber ab.

Auf die Frage, was die dringendsten Probleme des Handwerks seien, sagte Habeck, die Bürokratie sei erdrückend. Er kündigte Maßnahmen an, wies aber zugleich darauf hin, dass für viele Regeln auch die Länder zuständig seien. Weiter fehle es an Arbeitskräften, so dass die Wirtschaft nicht unter Volldampf fahre. Dazu leide das Handwerk unter der konjunkturellen Schwäche. „Die Leute haben weniger Geld, sie halten das Geld zurück, die Firmen investieren nicht.“

Handwerkspräsident Jörg Dittrich kritisierte die Ampel-Koalition. Es gebe kein Erkenntnisproblem. Es liege viel auf dem Tisch, was entscheidungsreif wäre. Die Bundesregierung müsse es aber tun. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte mit Blick auf die Koalition, das Land habe sich für den falschen Weg entscheiden. Der „Grundkurs“ müsse verändert werden, der Staat könne nicht über eine „Mikrosteuerung“ alles regeln.

(yak/dpa)
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