Berlin: Grüne beklagen Rückgang beim Solartechnik-Ausbau

Berlin: Grüne beklagen Rückgang beim Solartechnik-Ausbau

In Deutschland werden immer weniger Solaranlagen verbaut. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Zeitung vorliegt. So wurden im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 38 879 neue Anlagen gemeldet, im selben Zeitraum 2015 waren es 24 068 Solaranlagen. Stark gingen die Zahlen im Segment mittlerer Anlagen ab einer Leistung von zehn Kilowatt zurück: Wurden im ersten Halbjahr 2014 pro Monat konstant mehr als 1000 Anlagen verbaut, waren es ab September nur halb so viel.

Die Grünen führen den Rückgang auf die von ihnen kritisierte Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurück, die im August 2014 in Kraft getreten war. Die Novelle machte manchen Preisvorteil von Solarstrom zunichte. So wird in Abstufungen bis 2017 für erzeugten Strom, der teils selbst verbraucht wird, 40 Prozent der EEG-Umlage fällig. Ausgenommen sind Anlagen mit maximal zehn Kilowatt. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Julia Verlinden, sagte: "Der Ausbau der Fotovoltaik ist seit der letzten EEG-Novelle massiv eingebrochen." Diese Entwicklung gehe auch an den Handwerksbetrieben nicht spurlos vorüber.

Tatsächlich ging aber bereits vor der Gesetzesnovelle die Beschäftigung im Solarbereich zurück: 2012 arbeiteten noch etwas mehr als 100 000 Menschen in der Branche, 10 400 davon in Wartung und Betrieb. 2013 gab es noch 56 000 Beschäftigte, in der Wartung aber einen kleinen Anstieg auf 10 900. Zahlen zu 2014 und damit zu den Auswirkungen nach der EEG-Novelle liefert die Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums jedoch nicht.

Dennoch darf Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nicht zufrieden sein: Das EEG 2014 gibt für den Solarausbau ein Ziel von mindestens 2500 Megawatt brutto pro Jahr an. Im Jahreszeitraum von Juli 2014 bis Ende Juni 2015 waren es aber nur knapp 1500 Megawatt.

(RP)
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