Einweggrill bis Luxusmodell Für wen lohnt sich der 2000-Euro-Grill?

Düsseldorf · Die Grillsaison ist gestartet. Vielerorts werfen Hungrige jetzt Gas-, Holzkohle-, oder Elektrogrills an – aber welches Modell ist das passende? Und kann Grillen auch umweltfreundlich sein? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Der Holzkohlegrill ist nach wie vor das beliebteste Modell. Besonders umweltfreundlich ist er allerdings nicht.

Der Holzkohlegrill ist nach wie vor das beliebteste Modell. Besonders umweltfreundlich ist er allerdings nicht.

Foto: dpa/Christin Klose

Spätestens an den vergangenen warmen Wochenenden lag er in der Luft: Der Grill-Geruch. In Gärten und Parks eröffneten viele die Grillsaison und legten Fleisch, Würstchen oder Gemüse auf den Rost. Dabei ließen sich vom hochwertigen Gasgrill bis zur Einweglösung ganz unterschiedliche Modelle entdecken. Doch welches ist für wen geeignet? Und kann man auch umweltfreundlich grillen? Wissenswertes zum Start der Saison.

Welcher Grill ist für wen geeignet?

Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrill: Bei der Auswahl des Grills gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Welches das passende Modell für einen selbst ist, hängt vor allem davon ab, für welche Zwecke man den Grill nutzen will, erklärt Rainer Wörner, Geschäftsführer der German Barbecue Association (GBA). Holz- und Gasgrills seien für Gelegenheitsgriller gleichermaßen und für fast alle Gerichte geeignet, Elektrogrills geben dagegen weniger Hitze ab, die etwa für ein Steak benötigt wird. Ein Gasgrill biete dagegen mehr Komfort, ist schneller heiß und erzeugt weniger Dreck, weil keine Asche übrig bleibt. Mit Erweiterungen wie Seiten- und Infrarotbrenner für besonders hohe Temperaturen oder Warmhalterost wartet er außerdem mit mehr Möglichkeiten als der herkömmliche Holzkohlegrill auf. „Wer etwas Luxus beim Grillen haben will, nimmt einen Gasgrill“, sagt Wörner.

Die meisten Menschen – 52 Prozent – greifen laut einer Civey-Umfrage für das Forum Moderne Landwirtschaft zum Holzkohlegrill, knapp 30 Prozent zu Gas und 11 Prozent zum Elektrogrill. Die Frage nach dem jeweiligen Grill ist häufig auch eine Standortfrage: Auf Balkonen sind oft nur Elektrogrills geeignet, weil sie weniger geruchs- und emissionsintensiv sind. Menschen mit eigenem Garten greifen eher zu Holzkohle- oder Gasgrills, sagt Wörner.

Was kostet ein guter Grill?

Im Baumarkt bekommen Kunden kleine Kohlegrills für unter 20 Euro, einfache Gasgrills mit zwei Brennern für etwa 100 Euro. Wörner rät jedoch, lieber einmal etwas mehr in hochwertige Produkte zu investieren. „Wer minderwertige Qualität kauft, kauft mehrmals“, sagt er. Preise für gute Gasgrills starten Wörner zufolge bei 800 Euro, können aber je nach Ausstattung schnell auf 2000, 2500 Euro steigen. „Das ist dann aber auch ein Prestigeobjekt. Wer nur wenig grillt, kommt auch mit günstigen Modellen gut zurecht“, sagt Wörner.

Spielt Nachhaltigkeit beim Grillen eine Rolle?

Das Marktforschungsinstitut GfK hat bereits 2022 beobachtet, dass der Veggie-Trend auch beim Grillen angekommen ist, Nachhaltigkeit und Tierwohl eine größere Rolle spielen. „Ich nehme schon wahr, dass immer mehr Menschen nach klimafreundlichen und gesünderen Alternativen suchen“, sagt auch Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND NRW. Das betreffe sowohl die Wahl des Grills als auch die des Grillguts.

Welcher Grill ist umweltfreundlich?

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt Gas- und Elektro- statt Holzkohlegrills. Bei Letzteren gebe es mit dem Rauch eine potenziell gesundheitsgefährdende Schadstoff- und Feinstaubentwicklung. Neben den gesundheitlichen Risiken bestehen auch Unterschiede in der Ökobilanz: „Tendenziell hat der Einsatz von Gas- oder Strom einen geringeren CO2-Fußabdruck als die Verwendung von Holzkohle“, sagt Jansen. Wer zu Holzkohle greift, sollte auf die Herkunft des Holzes achten, Gütesiegel wie das FSC-, PEFC- oder Naturlandsiegel zertifizieren Ware aus nachhaltiger Holzwirtschaft.

Bei einem sind sich Umweltschützer und Grillfreunde einig: Einweggrills sollten nicht zum Einsatz kommen. Als Wegwerfprodukte aus Aluminium haben sie eine schlechte Ökobilanz. Häufig sind minderwertige Kohle und Grillanzünder beigelegt.

Welche Rolle spielt das Grillgut?

„Nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht“, sagt Jansen. Tierische Produkte belasten die Umwelt stärker als pflanzliche, die Devise beim Fleischverzehr sei daher: Weniger ist mehr. Auch die Experten der GBA raten zum bewussten Konsum: „Lieber einmal weniger Grillen und dafür auf Qualität setzen“, rät Wörner etwa bei der Fleischauswahl. Das sei ohnehin auch ein Geschmacksvorteil: Regionales Fleisch vom Metzger schmecke besser und verliere beim Grillen weniger Wasser.

Bei Grillenden sind der Umfrage des Forums Moderne Landwirtschaft zufolge weiter Fleisch und Würstchen hoch im Kurs. 81 Prozent grillen am liebsten Fleisch, 65 Prozent Würstchen. Ein Drittel will dabei auf Tierwohlstandards achten, 31 Prozent sind dagegen günstige Preise wichtiger. Aber auch fleischlose Alternativen kommen vor: Gut ein Drittel (34,6 Prozent) legt auch Gemüse auf den Grill, ein Viertel Käse.

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