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Griechenland-Krise: IWF: "Bedeutende Differenzen" in Gesprächen mit Athen

Griechenland : IWF: "Bedeutende Differenzen" in Gesprächen mit Athen

Auf dem Weg aus der dramatischen griechischen Schuldenkrise bestehen zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Regierung in Athen "bedeutende Differenzen". Das sagte IWF-Sprecher Gerry Rice am Donnerstag.

In ungewöhnlich scharfen Tönen kritisierte Rice den Mangel an Kompromissbereitschaft des kurz vor der Staatspleite stehenden Landes. Das IWF-Team habe die Verhandlungen in Brüssel verlassen und sei zurück nach Washington gekehrt. Es habe zuletzt keinerlei Fortschritte gegeben, um Differenzen beizulegen. "Der Ball liegt nun sehr deutlich im griechischen Feld", sagte Rice.

Die IWF-Chefin Christine Lagarde werde wie geplant am Treffen der Finanzminister der Eurozone am 18. Juni in Luxemburg teilnehmen, sagte Rice. Den Stand der Gespräche auf politischer Ebene kommentierte der IWF-Sprecher nicht.

Derweil ist EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erneut mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammengekommen. "Das war ein wichtiges, interessantes und freundliches Treffen", sagte Juncker nach der zweistündigen Begegnung am Donnerstag in Brüssel. Tsipras versicherte, es werde weiter an einer Abmachung zwischen Geldgebern und seinem Land gearbeitet.

Laut Diplomaten erläuterte Juncker ein Verfahren, dass eine rechtzeitige Einigung mit den Geldgeber-Institutionen Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) ermöglichen würde. Die beiden Spitzenpolitiker wollten in den kommenden Tagen in engem Kontakt bleiben, hieß es.

Unterdessen streben die Spitzen der großen Koalition in Berlin laut einem Zeitungsbericht an, anstelle eines dritten Rettungspakets für Griechenland das zweite Hilfsprogramm zu verlängern. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung einigten sich die Spitzen der Koalition in Berlin auf diesen Kurs. Ein Sprecher der SPD-Fraktion sagte dazu am Donnerstag auf Nachfrage, eine Verlängerung sei "eine Option". Aus Unionskreisen hieß es hingegen, eine Verlängerung werde "die Probleme nicht lösen".

Ohne eine rasche Einigung auf ein Reformpaket können dringend benötigte Milliardenhilfen für das akut pleitebedrohte Land nicht fließen. Ende des Monats läuft das Hilfsprogramm aus.

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(dpa)