Griechenland: IWF schätzt Schuldenlast langfristig als "explosiv" ein

Griechenland: IWF schätzt Schuldenlast langfristig als "explosiv" ein

Die Euro-Krise schwelt weiter und könnte mittelfristig wieder hochkochen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) stuft Griechenlands Schuldenlast als derzeit "unhaltbar" und langfristig "explosiv" ein.

"Selbst bei einer vollständigen Umsetzung der im (Rettungs-)Programm gebilligten Reformen werden die Staatsverschuldung und der Finanzbedarf langfristig explosiv werden", heißt es in einem vertraulichen IWF-Bericht, der der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Washington vorlag. Um den Schuldenberg des Landes zu verringern, müsse die Eurozone "glaubwürdigere" Maßnahmen ergreifen.

Der Bericht zu Griechenlands Schuldentragfähigkeit soll den IWF-Mitgliedsländern Anfang Februar vorgelegt werden. Der IWF macht von der langfristigen Tragfähigkeit der griechischen Schulden seine Beteiligung an dem milliardenschweren Rettungspaket für das Mittelmeerland abhängig.

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Beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag in Brüssel hatte es keine Fortschritte im Tauziehen um Reformzusagen Athens und die langfristige Tragfähigkeit seiner Schulden gegeben. Die Euro-Partner hatten sich Mitte 2015 mit dem hoch verschuldeten Griechenland auf ein drittes Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro geeinigt. Anders als bei den Vorläufer-Programmen ist der IWF bisher nicht mit eigenen Finanzmitteln beteiligt.

Grund ist ein Streit mit den Euro-Ländern über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden. Vor diesem Hintergrund verzögert sich auch seit Monaten eine routinemäßige Überprüfung des Hilfsprogramms durch die Gläubiger.

(felt/AFP)
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