GfK-Konsumklima im Juli: Verbraucherstimmung so gut wie seit fast 16 Jahren nicht mehr

GfK-Konsumklima : Verbraucher sind so optimistisch wie seit langem nicht mehr

Zum fünften Mal in Folge ist die Stimmung der deutschen Verbraucher im Juli gestiegen. Damit sind sie so optimistisch wie seit fast 16 Jahren nicht mehr. Die GfK macht die boomende Konjunktur und den robusten Arbeitsmarkt dafür verantwortlich.

Deutsche Verbraucher seien inzwischen fast so optimistisch wie im Oktober 2001, berichtete die Marktforscher am Donnerstag in der GfK-Konsumklimastudie für Juli. Das Stimmungsbarometer war damals auf einen danach nicht mehr erreichten Rekordstand gestiegen.

Das von der GfK zuletzt gemessene Konsumklima kletterte von Juni bis Juli auf 10,6 Punkte. "Die Stimmung ist ausgesprochen gut", sagte GfK-Fachmann Rolf Bürkl. Die Konsumenten blicken zuversichtlicher auf die Wirtschaftsentwicklung. Die Bundesbürger gehen nach den Umfragen der GfK sogar davon aus, "dass die heimische Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres sogar noch einen Gang hochschalten kann".

Das Ifo-Geschäftsklima — der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur — erreichte im Juli den dritten Monat in Folge einen Bestwert. Angesichts der guten konjunkturellen Aussichten schätzen die Verbraucher auch ihre eigenen finanziellen Perspektiven rosig ein. Ihre Einkommenserwartungen erreichten den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. "Basis dieser Einkommenseuphorie ist und bleibt die ausgezeichnete Verfassung des Arbeitsmarktes in Deutschland", sagte Bürkl. Derzeit sind so viele Deutsche in Lohn und Brot wie noch nie.

Abstriche wollen die Konsumenten allerdings bei größeren Anschaffungen machen. Dieses Barometer gab leicht nach, bleibt aber auf hohem Niveau. "Für den Großteil der Arbeitnehmer ist das Risiko, den Job zu verlieren, sehr gering", betonte Bürkl. "Dieses Wissen gibt den privaten Haushalten Planungssicherheit für Anschaffungen, gerade wenn sie mit einem hohen finanziellen Risiko verbunden sind."

Trotzdem warnt die GfK auch vor Rückschlägen. "Die kürzlich eröffneten Brexit-Verhandlungen, die im Hinblick auf den Handel unklare Politik der amerikanischen Regierung sowie die sich verschärfende Krise in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei haben sich bislang nicht messbar auf die Konsumstimmung ausgewirkt", sagte Bürkl. "Sollte es dennoch dazu kommen, könnte dies zu einer Belastung für das Konsumklima werden."

Derzeit erwarten die Forscher für August aber einen weiteren Anstieg: Der von den GfK-Experten ermittelte Konsumklima-Index für August stieg um 0,2 auf 10,8 Punkte, wie die Nürnberger Marktforscher mitteilten.

(beaw/rtr/dpa/AFP)
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