Gericht hält zwei Milliarden Euro Strafe für Bayer für zu hoch

Glyphosat : Gericht: Zwei Milliarden Euro Strafe für Bayer zu hoch

Die Leverkusener können in einem weiteren Glyphosat-Prozess darauf hoffen, weniger zahlen zu müssen.

(dpa) Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer kann in einem weiteren Prozess um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf eine deutlich niedrigere   Strafe hoffen. Ein Gericht in Oakland teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, dass die insgesamt rund zwei  Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro), die eine Geschworenen-Jury dem Rentnerpaar Alva und Alberta Pilliod zugesprochen hatte, über den verfassungsrechtlich angemessenen Rahmen hinausgingen.

Der Anteil des Strafschadenersatzes soll nach Einschätzung des Gerichts auf maximal das Vierfache des eigentlichen Schadenersatzes von 50 Millionen Dollar reduziert werden. Die gesamte Maximalsumme, die sich aus Schadenersatz und Strafschadenersatz berechnet, liegt damit bei 250 Millionen Dollar. Strafschadenersatz existiert im deutschen Recht so nicht. Im US-Recht wird er als Zusatzsanktion bei besonders schweren Entschädigungsfällen verhängt. Für diesen Freitag war eine Anhörung angesetzt, in der sich die beiden Streitparteien nochmals zu dem vorläufigen Urteil äußern können. Die Reduzierung des Schadenersatzes wäre ein Schritt in die richtige Richtung, schrieb ein Bayer-Sprecher in einer E-Mail. Bayer werde jedoch die endgültige Entscheidung des Gerichts abwarten und dann eine detailliertere Stellungnahme abgeben, hieß es.

Erst zu Wochenbeginn hatte ein Richter in einem anderen Glyphosat-Prozess die von Geschworenen geforderte Strafe deutlich reduziert - von rund 80 auf etwa 25 Millionen Dollar. Auch er hielt den Anteil des Strafschadenersatzes für zu hoch. Bayer kündigte in diesem Verfahren bereits an, in Berufung zu gehen. Insgesamt sieht sich die amerikanische Bayer-Tochter Monsanto wegen des Krebsverdachtes bei dem glyphosathalötigen Unkrautvernichter Round-up Tausenden von Klagen gegenüber.

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