1. Wirtschaft
  2. Geld und Leben

Weshalb die 50+1-Regel dem deutschen Profi-Fußball schadet

Bundesliga-Start : Die 50+1-Regel schadet dem Fußball

In der Fußball-Bundesliga droht Langeweile. Mehr Spannung wäre nur möglich, wenn einige lieb gewonnene Regeln fallen. Warum die 50+1-Regel nicht die einzige Option ist.

Die Fußball-Bundesliga startet wieder, und viele Fans hoffen, dass das Meisterschaftsrennen nicht so langweilig wird wie in den vergangenen Jahren. Zehn Mal in Folge ist der FC Bayern München Deutscher Meister geworden, die elfte Meisterschaft in Folge ist höchstwahrscheinlich. Trotz des vorhersehbaren Ausgangs der Meisterschaft lässt das Interesse an der Bundesliga aber bisher nicht nach. Ob das allerdings auch langfristig so bleiben wird, ist fraglich. Denn sportliche Wettkämpfe leben auch von der Spannung.

Um die Bundesliga spannender zu machen, könnte man über eine stärkere Umverteilung der finanziellen Ressourcen nachdenken, etwa durch eine Art Finanzausgleich oder wettbewerbsfördernde Maßnahmen, wie sie aus US-amerikanischen Sportligen bekannt sind, etwa eine Begrenzung der Gesamtausgaben für Spielergehälter pro Mannschaft. Jedoch dürfte dies die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Klubs in Europa schwächen, vor allem in der Champions League.

Ein Alternative wäre, die Vereine auch in Deutschland für Investoren zu öffnen. Bisher verhindert die 50+1-Regel, dass Investoren – abgesehen von Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg – die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften übernehmen, in die Vereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben. Eine Abschaffung der Regel müsste nicht automatisch eine Öffnung für Investoren aus den Golfstaaten oder gar Russland bedeuten. Vielmehr könnte man eine Kapitalbeteiligung auf Investoren aus der EU beschränken.

Gleichwohl ist ein Aufweichen der 50+1-Regel bei vielen Fußballfans in Deutschland äußerst unpopulär. So bleiben eigentlich nur zwei Optionen: Entweder macht man die Bundesliga durch mehr Umverteilung spannender, verzichtet aber weitgehend auf die Wettbewerbsfähigkeit in der Champions League, oder man lässt die Dinge, wie sie sind, und akzeptiert, dass die Meisterschaft eher langweilig, dafür aber wenigstens der FC Bayern international konkurrenzfähig ist. Gefällt einem beides nicht, müsste man, wohl oder übel, doch erneut über die 50+1-Regel nachdenken.

Unser Autor ist Professor für Wettbewerbsökonomie an der Universität Düsseldorf. Er wechselt sich hier mit der Ökonomin Ulrike Neyer und dem Vermögensexperten Karsten Tripp ab.