1. Wirtschaft
  2. Geld und Leben

Warum Uwe Seeler bis heute ein Vorbild ist

Geld und Leben : Warum Uwe Seeler bis heute ein Vorbild ist

Sein Fußballspiel, sein Verhalten muss in Erinnerung bleiben. Es passt auch in die heutige Zeit des Super-Profi-Fußballs.

Uwe Seeler, ein großer Hamburger, ist vor vier Wochen gestorben. In den 1960er Jahren war er der beste Mittelstürmer der Welt! Er spielte kämpferisch, leidenschaftlich, ehrgeizig, erfolgreich. Für den Hamburger Sportverein, seinen HSV (er hat sein ganzes Leben bei keinem anderen Verein gespielt), schoss er viele und entscheidende Tore. Es war zum Beispiel Uwe Seeler, der 1960 den HSV im Finale um die deutsche Fußballmeisterschaft zum Sieg schoss - gegen den 1. FC Köln. Auch als Spieler der deutschen Nationalmannschaft schoss er viele wichtige und schöne Tore. Als im Februar 1965, also im Jahr vor der Weltmeisterschaft, der WM, seine Achillesferse riss, war ganz Deutschland geschockt. Doch nur ein halbes Jahr später war es Uwe Seeler, der Deutschland mit einem entscheidenden Tor in der Qualifikation zur legendären WM in England schoss. Legendär ist auch sein artistisches Hinterkopftor bei der WM 1970 in Mexiko.

Doch die Beliebtheit Uwe Seelers resultiert auch aus seinem Verhalten, seinem Auftreten. Bescheiden, bodenständig, glaubwürdig. Sein Spitzname „Uns Uwe“ drückt dieses perfekt aus. So lehnte er 1961 das Angebot von Inter Mailand ab, für astronomische 1,2 Millionen DM zu dem italienischen Verein zu wechseln. Er blieb in Hamburg. Das Auftreten, das faire Verhalten der deutschen Fußballnationalmannschaft, angeführt durch ihren Kapitän Uwe Seeler bei der WM 1966 in England brachten ihr Anerkennung und Respekt ein. Als der Schiedsrichter im Finale zwischen England und Deutschland das berühmte Wembley-Tor der Engländer anerkannte, welches keines war, gab es keinen Aufstand. Man akzeptierte die Entscheidung und kämpfte weiter. Auch für den Vize-Weltmeister aus Deutschland gab es damals vom Publikum stehende Ovationen.

Vorbilder wie Uwe Seeler in Erinnerung zu behalten ist wichtig. Ein „Uwe-Seeler-Stadion“ kann dazu beitragen.

Unsere Autorin ist Professorin für monetäre Makroökonomik an der Universität Düsseldorf. Sie wechselt sich hier mit dem Wettbewerbsökonomen Justus Haucap und dem Vermögensexperten Karsten Tripp ab.