Geld und Leben Die Geldpolitik muss endlich normal werden

Meinung · Die Europäische Zentralbank sollte ihre Politik besser erklären. Doch ausgerechnet da tun sich die Profis sehr schwer. Das schafft Misstrauen.

 Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt/Main.

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt/Main.

Foto: dpa/Boris Roessler

Am Donnerstag, dem 3. Februar hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB-Rat) getagt. Die Sitzung war mit Spannung erwartet worden – wie würde die EZB reagieren? Am Montag vor der Ratssitzung wurde die aktuelle Inflationsrate für Deutschland mit 4,9 Prozent, zwei Tage später für den Euroraum mit 5,1 Prozent bekannt gegeben. Hohe Inflationsraten – höher als erwartet. Auch die Gefahr einer möglichen Verfestigung hoher Inflationsraten wurde zunehmend größer eingeschätzt. Und was sagte die EZB als erstes nach ihrer Ratssitzung? Es gäbe keine neuen Beschlüsse, aber neu verfügbare Daten würden weiterhin aufmerksam zur Kenntnis genommen, und man sei bereit, Instrumente gegebenenfalls anzupassen. Die Reaktion in den Medien kam prompt – Unverständnis. Die EZB würde nichts machen, sie ignoriere die hohen Inflationsraten, obwohl es ihre oberste Aufgabe sei, für Preisniveaustabilität zu sorgen. Erst später in der Pressekonferenz, auf Nachfragen, kam deutlicher zum Ausdruck, dass sich die EZB doch bewegt. Andeutungen wurden so interpretiert, dass eine Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen wird. Dieses wurde als Ankündigung einer möglichen Zinswende verstanden.