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Funkstille zwischen Piloten und Lufthansa

Streik findet nur geringe Zustimmung : Funkstille zwischen Piloten und Lufthansa

Auch am zweiten Streiktag bahnten sich keine neuen Gespräche an. Ab Samstag soll wieder geflogen werden.

Der Streik der Lufthansa-Piloten geht heute unvermittelt weiter. Auch am zweiten Streiktag gestern haben sich die Tarifparteien nicht angenähert. "Wir warten weiter auf ein neues Gesprächsangebot seitens der Lufthansa", sagte Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC). "Ich glaube auch nicht, dass es am Freitag ein neues Gesprächsangebot geben wird." Streitpunkt ist nach wie vor die Übergangsrente für Piloten, die vorzeitig in den Ruhestand wechseln. Eine Lufthansa-Sprecherin hatte erklärt, man warte von den Piloten auf Erläuterungen, wie die von der VC vorgeschlagene Deckelung der Kosten für die Übergangsrente ausgestaltet werden könnte. "Wenn das der Einstieg in ein Gespräch sein sollte, dann kann man sicherlich miteinander reden", sagte Wahl.

Die Lufthansa hat angekündigt, mit dem Ende des Warnstreiks heute um Mitternacht möglichst rasch wieder in den normalen Flugmodus wechseln zu wollen. Heute allerdings fallen weiter hunderte Flüge aus. Insgesamt 3800 Verbindungen sind von dem dreitägigen Arbeitskampf betroffen. Der Schaden für die Kranichlinie liegt bei mindestens 20 Millionen Euro, auch die Flughafenbetreiber klagen über Einbußen in Millionenhöhe.

Trotz der Funkstille bekräftigte die Pilotengewerkschaft am Donnerstag erneut, auf Streiks in den Osterferien verzichten zu wollen. Das würde bedeuten, dass mindestens bis zum 2. Mai, wenn die letzten Osterferien in Deutschland enden, nicht mit neuen Ausfällen zu rechnen ist. "In dieser Zeit muss es doch möglich sein, sich zu einigen", sagte Wahl.

Dennoch deuten sich in den nächsten Gesprächsrunden harte Verhandlungen an. Die kriselnde Kranichlinie hatte sich das Sparprogramm "Score" auferlegt, mit dem 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Und auf der Pilotenseite des Verhandlungstisches sitzt in Thomas von Sturm ein erfahrener und zäher Verhandlungsführer. Von Sturm hatte 2001 einen nie dagewesenen Gehaltssprung durchgesetzt.

In der Bevölkerung stoßen die Piloten mit ihrem Streik auf geringere Zustimmung als zuletzt das Bodenpersonal. Laut ARD-Deutschlandstrend haben 42 Prozent der Bürger wenig Verständnis für die mit einem Durchschnittsgehalt von 178.000 Euro bezahlten Piloten.

(RP)