Hamburg/Berlin: Forscher fühlen sich missbraucht von Autobauern

Hamburg/Berlin: Forscher fühlen sich missbraucht von Autobauern

Ein durch Versuche mit Stickoxid an Menschen in die Kritik geratenes Institut der Uniklinik RWTH Aachen sieht sich von der Autoindustrie hinters Licht geführt. Die von VW, Daimler, BMW und Bosch ins Leben gerufene Organisation EUGT habe den Eindruck eines seriösen Forschungsförderers gemacht, der hehre Ziele verfolge, sagte Institutsleiter Thomas Kraus. Es sei für die Wissenschaftler damals nicht ersichtlich gewesen, dass die Studie für unlautere Zwecke verwendet werden sollte: "Wir hatten überhaupt nicht den Eindruck, dass EUGT damit Schindluder treiben würde.

" Als er später festgestellt habe, wie sich der Forschungsverein im Dieselskandal verhalten habe, sei er kritischer geworden, räumte Kraus ein. Man wolle künftig genauer hinschauen, wie Drittmittelgeber Forschungsergebnisse verwendeten. "Wir haben uns damals mit der Frage des Geldgebers nicht arg auseinander gesetzt", räumte Günther Schmalzing ein, Vorsitzender der Ethik-Kommission an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen.

(rtr)