Düsseldorf: Flughafen Weeze verliert 26 Prozent Passagiere

Düsseldorf: Flughafen Weeze verliert 26 Prozent Passagiere

Während Ryanair hohe Gewinne feiert, büßt der Airport nach dem Wegfall von 18 Verbindungen der Iren stark ein.

Der Airport Weeze ist in diesem Jahr bisher der Verlierer unter den deutschen Flughäfen. Kein anderer büßte von Januar bis Juni einen so großen Anteil seines Passagieraufkommens ein, wie aus der Statistik des Flughafenverbandes ADV hervorgeht. Weeze verzeichnete im ersten Halbjahr 26,1 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Rund 814 000 Fluggäste fertige der Flughafen bisher ab. Insgesamt stieg die Zahl der Fluggäste bundesweit um 2,1 Prozent auf knapp 96,1 Millionen an. Die Zuwächse entfielen aber fast alle auf die großen deutschen Flughäfen. Düsseldorf kam auf knapp 10,1 Millionen Passagiere - ein Plus von 4,3 Prozent.

Das Minus in Weeze war in etwa so erwartet worden. Grund ist der Wegfall von insgesamt 18 Verbindungen, die die irische Fluglinie Ryanair aus ihrem Sommerflugplan gestrichen hatte. Flughafenchef Ludger van Bebber war zuletzt von 20 bis 25 Prozent weniger Passagieren ausgegangen. Die Linie betonte, die Verbindungen habe man nicht gestrichen, sondern pausiert. Weeze hofft auf eine Rückkehr 2015.

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Das ist gar nicht so abwegig: Denn die irische Billiglinie machte im abgelaufenen Quartal überraschend hohe Gewinne. Nach einem Gewinnsprung von 78 Millionen auf 197 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal peilt Ryanair für das Gesamtjahr nun ein Ergebnis zwischen 620 Millionen und 650 Millionen Euro an. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte bisher mit einem Gewinn zwischen 580 Millionen und 620 Millionen Euro gerechnet.

Das Unternehmen hat sein Image bei den Kunden aufpoliert - und das schlägt sich nach Angaben des Managements positiv im Geschäft nieder. "Wir haben in den vergangenen sechs, sieben Monaten große Fortschritte beim Service erzielt", sagte Howard Millar, Finanzchef der in der Vergangenheit für eher magere Standardleistungen bekannten Gesellschaft. Vor allem die Möglichkeit, sich einen Sitzplatz selbst auszusuchen, komme bei den Passagieren gut an. Sie seien dafür auch bereit, einen Aufschlag zu zahlen. Insgesamt stiegen die Einnahmen aus dem Geschäft mit Extras - wie den bei Traditions-Airlines inbegriffenen Getränken an Bord - entsprechend dem Passagier-Zuwachs im abgelaufenen Vierteljahr um vier Prozent. Insgesamt hat sich Ryanair vorgenommen, die Zahl der Fluggäste um fünf Prozent auf etwa 86 Millionen zu steigern.

(angr)
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