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Flughafen Düsseldorf: Wieder lange Warteschlangen - Zahl der  Sicherheitskontrolleure zu niedrig

Airport Düsseldorf : Schon wieder lange Warteschlangen am Flughafen

Am wichtigsten Flughafen von NRW herrscht Alarmstimmung kurz vor den Herbstferien: Die Zahl der Sicherheitskontrolleure ist zu niedrig, die Menschen stehen immer wieder genervt in Schlangen vor den Sicherheitskontrollen.

(rky) Schon wieder werden Passagiere Opfer der schlechten Personalausstattung bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen Düsseldorf. Am Freitagabend und Samstag mussten Reisende zeitweise 40 Minuten warten, bis sie Kontrollen passieren konnten. Das berichtete die Gewerkschaft Verdi. „Es gibt rund 100 Kontrolleure zu wenig“, sagt Ozay Tarim, der für den Airport zuständige Sekretär der Gewerkschaft. „Das geht zu Lasten der Kollegen und der Fluggäste.“ Der Airport bestätigt die Schwierigkeiten auf Anfrage, allerdings hätten die Verzögerungen nur bei 20 Minuten gelegen. Verdi-Vertreter Tarim sagte, ein Grund für die schwache Personalausstattung sei, dass rund 100 Beschäftigten wegen vieler Krankheitstage gekündigt worden seien. Peter Lange, Manager der Sicherheitsfirma DSW, bestätigt auf Anfrage zwar, dass man ungefähr so viele Beschäftigte verabschieden wolle. Das wahre Problem sei aber, dass Flughafen und Airlines sich erst im Sommer sicher waren, dass der Verkehr im Herbst stark anziehe. Nun starten erst am 1. Oktober Kurse um bis zu 600 neue Flugsicherheitsassistenten auszubilden. Um mit der Belegschaft von 1000 Leuten zurechtzukommen, wird der Lohn an den vier wichtigsten Tagen der Herbstferien für alle verdoppelt, die zur Schicht kommen. Das läuft dann auf 40 Euro die Stunde hinaus.

Die Assistenten verdienen laut DSW normalerweise rund 20 Euro pro Stunde. Außerdem werden 24 Luftsicherheitsassistenten vom Flughafen Bremen nach Düsseldorf während der Herbstferien kommen, um die Lage zu entspannen. Die Herbstferien starten am Samstag, den 9. Oktober.

Verdi will die Belegschaft nächste Woche zu einer Kundgebung aufrufen, um am Airport für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Der Flughafen erklärte auf Anfrage, er rechne mit weiteren Schwierigkeiten: „Durch die ausgeprägten Verkehrsspitzen sowie die hohen Belastungsschwankungen im Wochen- und Tagesverlauf kommt es zu kurzfristigen Personalengpässen. Zusätzlich erschweren die häufig kurzfristigen Flugplanänderungen der Airlines und die hohen Krankenstände der vergangenen Wochen die Personalplanung der jeweiligen Dienstleister.“

Hinzu käme, dass die notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen „die Prozessdauer um das Zwei- bis Vierfache“ erhöhen. Unserer Redaktion hatte Flughafenchef Thomas Schnalke schon vergangene Woche erklärt, er glaube, dass die Bundespolizei die Sicherheitskontrollen schlecht manage, weil sie keine guten Verträge mit den beauftragten Sicherheitsfirmen abschließe.