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Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven: Pipeline-Bau ist genehmigt

Unabhängigkeit vom russischen Gas : Pipeline-Bau für Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven ist genehmigt

Flüssiggasterminals sollen Deutschland unabhängiger vom russischen Gas machen. In Wilhelmshaven soll eine Pipeline entstehen, die noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden soll. Jetzt geht es voran.

Die niedersächsischen Behörden haben im Eilverfahren grünes Licht für den Bau und Betrieb einer Anschlussleitung für das geplante Terminal für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven gegeben. „Ich freue mich, dass wir dieses Verfahren in weniger als vier Monaten schnell und effektiv abschließen konnten“, erklärte der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover, Carsten Mühlenmeier. „Das Verfahren kann als Maßstab für einen zügigen Umbau der deutschen Energie-Infrastruktur dienen.“

In Wilhelmshaven soll noch in diesem Jahr ein erstes schwimmendes LNG-Terminal in Betrieb genommen werden, um importiertes Flüssiggas wieder gasförmig zu machen. Damit es anschließend ins Gasnetz eingespeist werden kann, ist eine gut 26 Kilometer lange Leitung nötig. Nach Angaben des Landesamtes kann die Pipeline in der Zukunft auch für den Transport von Wasserstoff genutzt werden.

Der Fernleitungsnetzbetreiber OGE hatte sich in dieser Woche optimistisch gezeigt, dass die Anschlussleitung bis zum 20. Dezember fertiggestellt werden kann. Das Land Niedersachsen hat dafür bereits das Genehmigungsverfahren stark vereinfacht. Unter anderem fiel die Pflicht für eine Umweltverträglichkeitsprüfung weg, was Umweltschützer kritisierten.

Deutschland will seine Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen so schnell wie möglich verringern, verfügt bislang aber über keine Flüssiggasterminals. Zum Jahreswechsel sollen zunächst zwei vom Bund angemietete schwimmende LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an den Start gehen. Laut Bundeswirtschaftsministerium haben sie eine Kapazität von jährlich 12,5 Milliarden Kubikmeter. Zwei weitere derartige Schiffe sollen voraussichtlich ab Ende 2023 in Stade und ab 2024 in Lubmin im Einsatz sein.

(mzu/AFP)