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Düsseldorf: Firmen planen Geräte-Lebensdauer

Düsseldorf : Firmen planen Geräte-Lebensdauer

Stiftung Warentest beobachtet Tricks, um den Umsatz anzukurbeln.

Die Stiftung Warentest hat ihre bekannten Dauertests der vergangenen zehn Jahre noch einmal ausgewertet. Die Verbraucherschützer wollten wissen, ob Hersteller ihre Geräte wirklich bewusst so manipulieren, dass Kunden sich nach einer gewissen Zeit zwangsweise Ersatzteile oder ein neues Gerät kaufen müssen. Das Ergebnis: Die Stiftung fand dabei einige Hinweise darauf, dass Hersteller ihre Produkte oft weniger gut herstellen als möglich – doch den bewussten Einbau von Macken fanden sie nicht.

Seit Jahren vermuten Verbraucher, dass viele Hersteller ihre Geräte mit Absicht so bauen, dass sie – meist kurz nach Ablauf der Garantie – defekt sind. "Es liegt im besonderen Interesse von Herstellern und Handel, in gesättigten Märkten die Wiederkaufszyklen zu verkürzen", zitiert Test den Berliner Betriebswirt Stefan Schridde. Die Verbraucherschützer sprechen denn auch von einem "geplanten Verschleiß". Der Leiter des IPEK Instituts für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie, Albert Albers, betont dabei, dass "Hersteller planen, wie lange ein Produkt halten soll", zum Beispiel bei elektrischen Zahnbürsten, Waschmaschinen oder Staubsaugern. "Was indes fehlt, ist der Nachweis, dass Hersteller den Murks gezielt zusammenbauen, um Verbraucher übers Ohr zu hauen", heißt es von den Warentestern jedoch.

Es gäbe gewisse Tricks, um den Umsatz anzukurbeln – wie fehlende Ersatzteile, hohe Reparaturkosten und fest eingebaute Akkus. Bei manchen Produkten sei eine Reparatur gar nicht erst vorgesehen. So seien Bauteile oft verklebt statt verschraubt, der Neukauf würde sich dann eher lohnen als Reparieren.

Die Tester berichten aber auch Positives. "Insbesondere Haushaltsgeräte gehen heute nicht schneller und nicht häufiger kaputt als früher", heißt es. "Das gilt sowohl für große Geräte wie Waschmaschinen als auch für kleinere wie Staubsauger." Eine weitere Erkenntnis, die weniger verwundert: Günstige Geräte sind oft schneller kaputt als teure. Bei Waschmaschinen unter 550 Euro, Akkubohrern unter 50 Euro oder Staubsaugern unter 80 Euro sei die Gefahr groß, dass man nicht lange darauf vertrauen könne, dass sie funktionieren.

(spol)