Zinsflaute 2018: Sozialkassen mussten 54 Millionen Euro Negativzinsen zahlen

Zinsflaute belastet Bilanz für 2018 : Sozialkassen mussten 54 Millionen Euro Negativzinsen zahlen

Nicht nur die Sparer sind vom aktuellen Zinstief betroffen. Auch die Sozialversicherungen in Deutschland werden belastet. 2018 fielen Negativzinsen in zweistelliger Millionenhöhe an - unter anderem für die Anlage der Gelder.

Das bestätigten die zuständigen Stellen am Montag. Die Sozialkassen müssen Gelder der Beitragszahler sicher anlegen, zum Beispiel als Termingelder, die in der Zinsflaute nichts mehr abwerfen. Der „Tagesspiegel“ berichtete zuerst darüber. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt angekündigt, ihre Politik der Null- und Negativzinsen beizubehalten.

Für die Reserve der Rentenversicherung, die Nachhaltigkeitsrücklage, fielen 2018 Negativzinsen in Höhe von 0,018 Prozent der Gesamtausgaben von 302 Milliarden Euro an, wie die Rentenversicherung mitteilte. Das waren rund 54 Millionen Euro. „Die Rentenversicherung kann sich der Zinsentwicklung auf den Finanzmärkten nicht entziehen.“

Die Nachhaltigkeitsrücklage - im Juni 38,0 Milliarden Euro - werde überwiegend in Form von Termingeldern entsprechend den gesetzlichen Vorgaben mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten angelegt, so die Rentenversicherung. Da die laufenden Ausgaben grundsätzlich aus den laufenden Beitragseinnahmen und den Bundeszuschüssen finanziert werden, spiele die Zinsentwicklung aber eine untergeordnete Rolle.

Auch beim Gesundheitsfonds in der gesetzlichen Krankenversicherung werden Negativzinsen fällig - für die Anlage seiner Gelder und sein Giroguthaben bei der Bundesbank 2018 in Höhe von 9,2 Millionen Euro, wie das Bundesversicherungsamt mitteilte. Beim bestehenden Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung betrugen die Negativzinsen unterm Strich rund 3,5 Millionen Euro.

Der Leitzins im Euroraum liegt auf dem Rekordtief von null Prozent. Banken erhalten somit frisches Geld bei der Notenbank zum Nulltarif. Parken Kreditinstitute Geld bei der EZB, müssen sie dafür 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Beobachter erwarten, dass die Währungshüter den Strafzins verschärfen könnten.

(felt/dpa)
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