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Börsencrash: Weltwirtschaft in Gefahr

Börsencrash : Weltwirtschaft in Gefahr

Düsseldorf (RP). Die Meinungen über das Ausmaß der Krise gehen auseinander. Star-Spekulant George Soros erwartet den schwersten Einbruch seit den 30er Jahren, führende Ökonomen verweisen auf die robuste Weltkonjunktur.

So heftig hatte an den Finanzmärkten noch kein Börsenjahr begonnen. Rund 20 Prozent seines Werts hat in Frankfurt der Dax, in dem die Aktien der wichtigsten deutschen Konzerne versammelt sind, seit Anfang Januar verloren. An den anderen Finanzplätzen der Welt sieht es ähnlich aus. Wo geht die Reise hin, droht eine Depression wie in den 30er Jahren? Eine Bestandsaufnahme unserer Zeitung.

Wann beruhigen sich die Märkte? Ein Ende der Talfahrt ist derzeit nicht abzusehen. Weil Großbanken in aller Welt Aktien auf den Markt werfen, um an Geld zu kommen, bleiben die Börsen unter Druck.

Wie viel Geld wird vernichtet? Die Aktienbesitzer mussten Einbußen ihres Vermögens von mehreren Billionen Euro hinnehmen. Das entspricht der Größe der deutschen Volkswirtschaft. Der Kurssturz vernichtet aber kein Geld. Die Anleger schätzen lediglich die Zukunftschancen der Unternehmen deutlich schlechter ein.

Droht eine Rezession? Das hängt davon ab, ob die Anleger die Zukunft richtig einschätzen. Wenn es weiter abwärts geht, steigt in der Tat die Gefahr einer Rezession. Dem widersprechen aber die guten Unternehmensprognosen. Wenn die Investitionsbereitschaft so bleibt wie bisher, kann sich die Lage auch schnell wieder beruhigen. Derzeit spricht mehr für eine moderate Korrektur des Aufschwungs.

Was passiert, wenn eine der Großbanken pleite geht? Wenn eine Bank von der Größenordnung der Citigroup, der Nummer eins weltweit, in die Knie geht, wäre ein Banken-Crash nicht auszuschließen. Allerdings würde die US-Notenbank in einem solchen Fall nicht tatenlos zusehen.

Muss der Staat eingreifen? Ein großangelegtes Konjunkturprogramm kann nur das letzte Mittel sein. Zu schlecht sind die bisherigen Erfahrungen mit einer aktiven Konjunktursteuerung.

Sollen die Mutigen Aktien kaufen? Die Konjunkturaussichten gelten als gut, der Konsum hält an. Es gibt also gute Gründe, die gegenwärtige Krise zu nutzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dirk Müller - das Gesicht der Frankfurter Börse

(RP)