Vergleich von Rente und Pension: Wer bekommt wie viel im Alter?

Vergleich von Rente und Pension: Wer bekommt wie viel im Alter?

Arbeitnehmer sammeln Punkte für die Rente, Pensionen orientieren sich am letzten Gehalt vor dem Ruhestand. Damit fahren Beamte besser. Allerdings gerät auch ihr System durch die Demografie unter Druck.

Die Politik streitet über Flüchtlingspolitik, die Bürger haben andere Sorgen. Als wichtigste Themen für ihre nächste Wahlentscheidung nannten Bürger in der jüngsten Emnid-Umfrage: den Kampf gegen Altersarmut (79 Prozent) und das Herstellen gleicher Bildungschancen (76 Prozent). Das Thema Altersarmut stellt sich vor allem für Generationen, die ab 2030 in den Ruhestand gehen. Dann kommen auf immer mehr Rentner immer weniger Beitragszahler. Auch die Zahl der Pensionäre steigt. Ob man als Arbeitnehmer oder als Beamter besser fährt, wird sich zeigen. Die Versorgungssysteme funktionieren nach anderen Prinzipien.

Rentner

Angestellte zahlen zusammen mit dem Arbeitgeber aktuell 18,6 Prozent ihres Bruttolohns in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die ist zwar als Umlageverfahren organisiert: Arbeitnehmer von morgen finanzieren Rentner von morgen. Dennoch gilt das Äquivalenzprinzip: Wer lange arbeitet und viel verdient, bekommt auch im Alter viel heraus.

Foto: Podtschaske

Aktuell gilt: Ein Arbeitnehmer, der 37.873 Euro brutto im Jahr verdient hat, liegt genau im Schnitt aller Versicherten. Für seine Beiträge erhält er in der Rentenversicherung einen Entgeltpunkt gutgeschrieben. So sammelt er Jahr für Jahr Punkte. Die Summe der Entgeltpunkte wird beim Eintritt in den Ruhestand mit dem Rentenwert (aktuell: 32,03 Euro) multipliziert. Zudem berücksichtigt die Rentenformel noch weitere Faktoren.

Eine Berechnung der Deutschen Rentenversicherung für unsere Redaktion gibt eine Orientierung, was dabei herauskommt: Wer 45 Jahre jeden Monat 1000 Euro brutto verdient hat, bekommt eine gesetzliche Rente von 457 Euro monatlich. Bei 4000 Euro sind es schon 1827 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze (West) liegt aktuell bei 6500 Euro im Monat. Alles, was man darüber hinaus verdient, führt nicht zu höheren Beiträgen und Rentenansprüchen.

Die Grafik zeigt für verschiedene Biografien die Bruttorenten, hier gehen eventuell noch Steuern, in jedem Fall aber die halben Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab.

Was den Arbeitnehmer von heute in Zukunft erwartet, das verrät die Renteninformation, die die Rentenversicherung jedes Jahr an alle Versicherten verschickt, die mindestens 27 Jahre alt sind und fünf Jahre eingezahlt haben.

Unter dem Stichwort „Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente“ erfährt der Versicherte darin, welche Rente er mit Erreichen seiner Regelaltersgrenze zu erwarten hat, wenn er weiter so viel Beitrag zahlt wie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Regelaltersgrenze liegt für Versicherte, die in diesem Jahr 65 werden, bei 65 Jahren und sieben Monaten. Unter dem Stichwort „Rentenanpassung“ rechnet die Versicherung vor, was es gibt, wenn die Rente bis dahin jährlich um ein oder zwei Prozent steigt.

Erfahren Sie hier wie die Rente mit 63 funktioniert.

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Ein Beispiel: Frau Mustermann (47) erfährt, dass ihre Regelaltersrente bei 1133 Euro liegt. Das bedeutet bei einer jährlichen Rentensteigerung von einem Prozent 1380 Euro, bei zwei Prozent 1680 Euro. Daneben gibt die Information an, welche Ansprüche Frau Mustermann bis heute schon sicher erworben hat (617 Euro) und welche Erwerbsminderungsrente sie bekommen würde (999 Euro), wenn sie plötzlich arbeitsunfähig würde.

Pensionäre

Staatsdiener zahlen in keine Versicherung ein, sondern erhalten von ihrem Dienstherren gemäß dem Alimentationsprinzip eine Pension. Die wird aus Steuermitteln gezahlt. Die Höhe der Pension richtet sich grundsätzlich nach dem letzten Gehalt und der Beschäftigungsdauer. Maximal gibt es 71,75 Prozent vom letzten Gehalt. Das ist viel. „Dieser Höchstruhegehaltssatz wird erst nach 40 Jahren in durchgehender Erwerbsbiographie erreicht“, erläutert der Sprecher des Beamtenbunds. Auf den Satz kämen Akademiker wegen ihrer langen Ausbildung oft nicht. Der durchschnittliche Ruhegehaltssatz liege darunter, aktuell bei rund 66 Prozent, so der Sprecher.

Unsere Grafik zeigt, was maximal für die verschiedenen Berufe drin ist: Ein Oberwachtmeister (Besoldungsstufe A3) kommt demnach maximal auf 1800 Euro Pension im Monat, ein Oberstudiendirektor (A 16) auf 5071 Euro.

Insgesamt fallen Pensionen höher aus als die gesetzlichen Renten. Allerdings bekommen viele Arbeitnehmer ergänzend noch eine Betriebsrente. Die kann etwa in der Chemie-Industrie das Haushaltseinkommen verdoppeln.

Die Grafik zeigt die Bruttopensionen. Hiervon geht die Einkommensteuer ab. Pensionen mussten schon immer voll versteuert werden. Die Besteuerung der Renten wird erst seit einigen Jahren schrittweis eingeführt. Zudem muss auch der Pensionär für die Krankenversicherung zahlen. Der Staat trägt über die Beihilfe 70 Prozent der Krankenkosten, für den Rest kommt die private Krankenversicherung auf, deren (steigende) Beiträge der Pensionär bezahlen muss. Zudem gibt es Korrekturen für Kostendämpfung und frühere Weihnachtsgelder.

Auch aktive Beamte können sich über ihre voraussichtlichen Pensionsansprüche informieren. Das Landesamt für Besoldung bietet im Internet einen Versorgungsrechner an (www.beamtenversorgung.nrw.de). Zudem gibt das Land Beamten ab 55 eine individuelle Versorgungsauskunft.

Die demografische Entwicklung belastet die Staats- wie die Rentenkassen. Schon jetzt kommen auf einen aktiven Beamten in Nordrhein-Westfalen 0,8 Pensionäre. Das Land hat im Pensionsfonds 11,5 Milliarden Euro für künftige Pensionäre zur Seite gelegt. Doch so wie es für die Zeit nach 2030 eine Rentenreform geben wird, könnte der Staat auch die Pensionen reformieren. Die Ruhegehaltssätze inklusive der so attraktiven 71,75 Prozent sind im Beamtenversorgungsgesetz festgelegt. Das lässt sich auch ändern, falls die Pensionslasten künftig zu schwer drücken.