US-Notenbank-Chef Jerome Powell signalisiert Bereitschaft zu Zinssenkung

Entscheidung am 18. September : US-Notenbankchef signalisiert Bereitschaft zu weiterer Zinssenkung

Angesichts der negativen Auswirkungen des Zollkonflikts auf die Konjunktur steht die US-Notenbank für eine weitere Zinssenkung bereit. Eine Rezession erwartet Fed-Chef Jerome Powell nicht, das Investitionsklima sei jedoch belastet.

Die Zentralbank werde „weiter angemessen handeln“, um das Wachstum zu stützen, sagte Fed-Chef Jerome Powell am Freitag in Zürich auf einer Veranstaltung des Swiss Institute of International Studies (SIAF). Mit einer ähnlichen Formulierung hatte er die Märkte bereits im Sommer auf die jüngste Zinssenkung Ende Juli eingestimmt. „Es ist unsere Pflicht, unsere Werkzeuge zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Und das werden wir weiter tun“, betonte Powell nun in der Schweiz.

Zuletzt hatte die Fed Ende Juli den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt auf die Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent gekappt. Viele Ökonomen erwarten, dass sie auf ihrer Sitzung am 18. September mit einer weiteren Zinssenkung nachlegen wird. Powell sagte, es zeichne sich zwar keine Rezession in den USA ab. Es gebe jedoch Risiken und Gegenwind. So laste etwa die mit dem Handelskonflikt mit China verbundene Unsicherheit auf dem Investitionsklima.

Die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Unsicherheiten im Handel werden laut einer Fed-Studie die Welt 850 Milliarden Dollar an Wirtschaftskraft kosten – allein 200 Milliarden davon die USA. Trump, der Ende 2020 seine Wiederwahl anstrebt, überhäuft die Notenbank seit langem mit Kritik. Er drängte sie am Freitag via Twitter erneut zu stärkeren Zinssenkungen, um das nachlassende Wirtschaftswachstum zu stützen. Powell sagte in Zürich, Wahlkampfpolitik habe mit dem Mandat der Fed nichts zu tun. Die Notenbank sei in ihrer Geldpolitik „allen Amerikanern“ verpflichtet und nicht einzelnen Parteien.

Die Arbeitslosenquote in den USA liegt bei niedrigen 3,7 Prozent und die Wirtschaft floriert. Das Wachstum hat sich jedoch verlangsamt - auch unter dem Eindruck der von Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte. Die Auseinandersetzung mit China, der zweitgrößten Volkswirtschaft, belastet auch die Börsen. Warnsignale des Anleihenmarktes deuteten zuletzt auf eine bevorstehende Abschwächung der Wirtschaft, möglicherweise auch auf eine Rezession hin.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow sagte der Agentur Bloomberg am Freitag, es wäre eine gute Sache, wenn die Fed die Zinsen im September und im Oktober senken würden.

(anst/Reuters/dpa)
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