Über 3 Millionen Riester-Verträge liegen auf Eis

Altersvorsorge : Jeder fünfte Riester-Vertrag liegt auf Eis

Von den rund 16 Millionen Riester-Verträgen für die private Altersvorsorge gehen auf jeden fünften Vertrag keine Zahlungen mehr ein. So sind 3,3 Millionen Verträge ruhend gestellt.

Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Von den Riester-Sparern, die noch aktiv dabei sind, zahlen wiederum knapp 20 Prozent so wenig ein, dass sie ihren Zulageanspruch nur zu weniger als 50 Prozent ausnutzen können.

"Die Riester-Rente hat allen Schwung verloren: Die Vertragszahlen stagnieren, und ein großer Teil der Verträge wird entweder überhaupt nicht oder völlig unzureichend bespart", sagte der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Markus Kurth, unserer Redaktion.

Wie aus den von der Bundesregierung vorgelegten Daten weiter hervorgeht, profitieren Geringverdiener von der Riester-Rente deutlich weniger als Gutverdiener. Dabei war die staatlich geförderte Altersvorsorge vor allem dafür gedacht, bei kleineren Einkommen die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch das gesunkene Rentenniveau ergibt. Die jüngsten dazu vorliegenden Zahlen stammen von 2013.

So profitierten Riester-Sparer mit einem Einkommen ab 100.000 Euro pro Jahr mit rund 500 Euro Steuerersparnis jährlich. Einkommen zwischen 20.000 und 25.000 Euro Jahreseinkommen erreichen lediglich eine Steuerersparnis von etwas über 100 Euro. "Menschen mit geringen Einkünften und ohne Kinder bleibt nur die viel zu klein dimensionierte Grundzulage", kritisierte Kurth. Bei der Riester-Rente gelte: "Wer hat, dem wird gegeben."

Die neue Bundesregierung will eine Rentenreform umsetzen und die Riester-Rente erneuern. Es sei ein Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft geplant, heißt es im Koalitionsvertrag, "mit dem Ziel einer zügigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts".

(kd, qua)
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