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Türkei: Inflationsrate steigt auf 16 Prozent

Lira im Abwärtstaumel : Inflationsrate in der Türkei steigt auf 16 Prozent

In der Türkei steigt die Inflationsrate inmitten der Turbulenzen um den Wechsel an der Spitze der Notenbank und einer absackenden Lira auf den höchsten Stand seit rund eineinhalb Jahren.

Laut Statistikamt vom Montag stiegen die Preise im März im Vergleich zum Vorjahr um 16,19 Prozent und damit etwas stärker als von Experten erwartet. Im Februar hatte die Rate bei 15,61 Prozent gelegen. Die Entwicklung ist auch der Abwertung der Landeswährung Lira geschuldet, durch die Importe teurer wurden.

Mitte März hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Maßnahmen zur Eindämmung angekündigt und erklärt, sein Ziel sei eine einstellige Inflationsrate. Dazu solle ein "Frühwarnsystem" für die Entwicklung der Lebensmittelpreise entwickelt werden. Der Staat selbst werde helfen, indem Preiserhöhungen im öffentliche Bereich nur auf der Grundlage der angestrebten Inflation vorgenommen würden.

Wenige Tage danach hatte Erdogan Notenbank-Chef Naci Agbal entlassen. Agbal hatte in den wenigen Monaten seiner Amtszeit die Zinsen kräftig angehoben - zuletzt von 17 auf 19 Prozent. Begründet hatte er dies mit dem Kampf gegen die Inflation. Experten hatten ihn dafür gelobt. Erdogan hatte indes wiederholt zur Senkung der Zinsen aufgerufen. Es war das dritte Mal seit Mitte 2019, dass er den Notenbankchef entließ. Agbals Nachfolger Sahap Kavcioglu ist ein erklärter Gegner einer straffen Geldpolitik. Die türkische Lira war nach dem Rauswurf Agbals weiter abgesackt.

(felt/Reuters)