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NRW-Ausbildungsreport: Suche nach Traum-Ausbildungsplatz immer schwieriger

NRW-Ausbildungsreport : Suche nach Traum-Ausbildungsplatz immer schwieriger

Für Jugendliche in NRW wird es schwieriger, einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf zu finden. Zu dem Ergebnis kommt der Ausbildungsreport 2013 der DGB-Jugend NRW, der am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Auch Elektroniker Patrick Rohn blieb lange Zeit erfolglos: "In Bewerbungen wird man oft durch ein bestimmtes Raster gedrückt", sagte der 26-Jährige, der mehr als 50 Bewerbungen geschrieben hatte, bis er dank einer Duisburger Ausbildungsinitiative ein Platz für ein Jahrespraktikum fand - und später im selben Unternehmen seine Ausbildung beginnen konnte.

Da nur noch weniger als ein Viertel der Unternehmen ausbildeten, sei das Angebot, aus dem künftige Schulabgänger ihren Beruf wählen könnten eingeschränkt: "Junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz in ihren präferierten Berufen finden, nehmen daher zunächst lieber gar keine Ausbildung auf, als eine Stelle anzunehmen, die nicht ihren Interessen entspricht", erklärte der Abteilungsleiter Jugend beim DGB-NRW, Eric Schley.

24.000 jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz

Zwar gab nur jeder Achte der befragten Auszubildenden an, dass er Probleme bei der Ausbildungssuche hatte. Dem gegenüber stünden aber allein 24.000 jungen Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Allein durch den doppelten Abiturjahrgang ist 2013 der Anteil von Ausbildungsplatzsuchenden mit Hochschulzugangsberechtigung um 35 Prozent gestiegen.

Der Sprecher der Landesvereinigung der NRW-Unternehmensverbände, Hubertus Engemann, entgegnete: "In NRW sind derzeit rund 5 400 Ausbildungsplätze unbesetzt, so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr." Die Aussage des DGB, wonach nur ein Viertel der Unternehmen ausbildeten, sei unseriös. Nur 61 Prozent der Betriebe seien ausbildungsberechtigt.

Die meisten Azubis sind zufrieden in ihrem Job

Die Studie der DGB-Jugend untersuchte auch den Zusammenhang zwischen der Verwirklichung des Traumberufs und einer erfolgreichen Ausbildung: Die Zufriedenheit sei außerordentlich hoch (81 Prozent), wenn die Ausbildung ihrem ersten Berufswunsch entspricht. Dagegen ist nur etwas mehr als die Hälfte (55,1 Prozent) der Auszubildenden, die eine Alternative wählen mussten, mit ihrer Ausbildung zufrieden.

Insgesamt war der überwiegende Teil der befragten Jugendlichen mit 71,3 Prozent mit der Qualität ihrer Ausbildung zufrieden. Am besten schnitt dabei der Beruf des Bankkaufmann/-frau ab. Auf dem letzten Platz landete die Zahnmedizinische Fachangestellte. Für die Studie wurden 7500 Azubis in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen befragt.

(lnw)