1. Wirtschaft
  2. Finanzen

Steuerhinterziehung: 2014 mehr als 35.000 Selbstanzeigen

Steuerhinterziehung : Mehr als 35.000 Selbstanzeigen im Jahr 2014

Offenbarung beim Finanzamt: Aus aktuellen Umfragen geht hervor, dass die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern stark ansteigt. Das bringt Zusatzeinnahmen in Höhe von hunderten Millionen Euro in die Staatskasse.

Die Zahl der Selbstanzeigen habe in diesem Jahr bereits die Marke von 35.000 übersprungen, wie aus einer Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 16 Länderfinanzministerien hervorgeht. Damit gibt es in diesem Jahr schon jetzt deutlich mehr Selbstanzeigen als im bisherigen Rekordjahr 2013, als sich rund 24.000 Steuerbetrüger gemeldet hatten.

Die meisten Anzeigen in diesem Jahr gab es den "WamS"-Informationen zufolge bislang in Nordrhein-Westfalen. Dort hätten sich bis Anfang Dezember 8583 Steuersünder selbst angezeigt. Das Finanzministerium in NRW schätzt die dadurch angefallenen Mehreinnahmen allein in diesem Jahr auf rund 365 Millionen Euro.

Auf Platz zwei folgt laut "WamS"-Umfrage Baden-Württemberg mit 7117 Selbstanzeigen bis Anfang Dezember. Die Mehreinnahmen summierten sich auf rund 497 Millionen Euro. In Bayern hätten bis Ende September 4600 Steuersünder ihre Hinterziehung angezeigt, was 250 Millionen Euro in die Staatskasse brachte.

Die Länderfinanzminister gehen davon aus, dass bis Jahresende noch viele Selbstanzeigen eingehen werden. Sogar die Marke von 40.000 könnte unter Umständen fallen. Denn Bund und Länder haben eine Verschärfung der strafbefreienden Selbstanzeige beschlossen, die zum 1. Januar in Kraft tritt.

Die Grenze, bis zu der eine Steuerhinterziehung ohne Zahlung eines zusätzlichen Geldbetrags straffrei bleibt, sinkt dann von 50.000 Euro auf 25.000 Euro. Der ansonsten fällige Aufschlag richtet sich dann nach dem Umfang der hinterzogenen Steuern. Er soll künftig zehn Prozent der hinterzogenen Steuer betragen, wenn deren Gesamtbetrag 100.000 Euro nicht übersteigt. Bis zu einer Million Euro Hinterziehungsbetrag wird ein Aufschlag von 15 Prozent fällig, bei noch höheren Summen von 20 Prozent.

Hier geht es zur Infostrecke: Wie geht das mit der Selbstanzeige?

(AFP)