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Sparkassen-Präsident erwartet weitere Filial-Schließungen

Präsident äußert sich : Es ist noch nicht vorbei mit den Sparkassen-Schließungen

Es ist noch nicht vorbei mit den Schließungen von Sparkassen-Zweigstellen. Das sagt Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis. Trotzdem haben die Filialen aus einer Sicht noch eine Zukunft.

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis rechnet mit einem weiteren Rückgang der Zweigstellen. „Es gehen noch Filialen weg, speziell die kleineren Filialen“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, am Montag auf einem Bankenkongress der „Börsen-Zeitung“. „Ich glaube aber, dass wir flächendeckend bleiben“, fügte er hinzu.

Die Filiale als Ort der Abwicklung des täglichen Bankgeschäfts sei zwar immer weniger gefragt. Als Kommunikationspunkt und Ort der persönlichen Beratung werde sie aber eher wieder an Bedeutung zunehmen. „Deshalb werden die Sparkassen wahrscheinlich weniger Standorte aber besser ausgestattete haben.“

Geldhäuser hatten zuletzt immer mehr Zweigstellen geschlossen. Zu den Gründen zählt unter anderem, dass ihnen im Zuge der Digitalisierung zunehmend die Laufkundschaft fehlt. Dazu kommt, dass sie angesichts des Kostendrucks durch den scharfen Wettbewerb sparen müssen. Im vergangenen Jahr war laut Bundesbank bei den Sparkassen, einschließlich Landesbanken, die Zahl der Zweigstellen um 679 auf 8.528 Filialen gesunken.

Kritisch äußerte sich Schleweis zum Thema einer europäischen Einlagensicherung, in der Fachwelt „EDIS“ genannt. „Die Vollvergemeinschaftung der Einlagensicherungsmittel in irgendeinem Topf in Europa lehnen wir weiterhin apodiktisch ab“, merkte er an. Eine Lösung für eine europäische Einlagensicherung könne es nur geben, wenn die Interessen von Großbanken mit denen der Sparkassen- und Genossenschaftsbanken in Einklang gebracht würden. „Da sind wir auch gerne bereit, uns in solche Gespräche einzubringen“, sagte Schleweis.

In Deutschland ist das Projekt einer EU-Einlagensicherung stark umstritten. Kritiker befürchten unter anderem, dass deutsche Sparer in Haftung genommen werden, sollten beispielsweise Banken in Südeuropa in Schieflage geraten.

(hebu/Reuters)