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Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure: Riesiges Steuerbetrüger-Netzwerk enthüllt

Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure : Riesiges Steuerbetrüger-Netzwerk enthüllt

Eine anonyme Quelle hat internationalen Medien einen riesigen Datensatz über geheime Geschäfte in Steueroasen zugänglich gemacht. In den Unterlagen finden sich Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure – sowie hunderte deutsche Treffer. Prominentester Fall ist der inzwischen verstorbene Playboy Gunter Sachs.

Eine anonyme Quelle hat internationalen Medien einen riesigen Datensatz über geheime Geschäfte in Steueroasen zugänglich gemacht. In den Unterlagen finden sich Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure — sowie hunderte deutsche Treffer. Prominentester Fall ist der inzwischen verstorbene Playboy Gunter Sachs.

Wie "Süddeutsche Zeitung" und NDR am Donnerstag berichteten, finden sich in den Unterlagen auch Hunderte deutsche Fälle. Bislang vertrauliche Dateien belegten, auf welchen geheimen Wegen Reiche und Kriminelle Briefkastenfirmen und sogenannte Trusts nutzten, um große Vermögen zu verstecken und zweifelhafte Geschäfte zu verschleiern, schrieb die Zeitung.

Von diesem Donnerstag an präsentierten Medien aus insgesamt 46 Ländern erste Ergebnisse der Daten-Analysen. In Deutschland seien sie exklusiv der SZ und dem NDR zur Verfügung gestellt worden.

Die Datenmenge aus insgesamt zehn Steueroasen umfasse 260 Gigabyte, es handele sich um 2,5 Millionen Dokumente. 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern würden in den Unterlagen aufgelistet. Die Dokumente stammten von zwei Firmen, die auf die Errichtung sogenannter Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind.

Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure

Offshore ist ein riesiges Geschäft: Laut einer 2012 erschienenen Studie der britischen Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network werden in Steueroasen 21 bis 32 Billionen Dollar gebunkert. In den Unterlagen finden sich Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure - sowie hunderte deutsche Treffer. Prominentester Fall ist der in Franken geborene Gunter Sachs.

Der Industriellenerbe legte vor seinem Tod mutmaßlich Vermögen in Steueroasen an und deklarierte es bei den Finanzämtern nicht vollständig. Seine Nachlassverwalter weisen dies zurück. Sie erklärten, die betroffenen Firmen seien den Steuerbehörden "schon zu Lebzeiten von Herrn Sachs" offengelegt worden.

Bei den Recherchen fanden sich Offshore-Firmen von Gunter Sachs auf den Cook-Inseln, in Panama, auf den Britischen Jungferninseln und in Luxemburg. In diesen Firmen lagen zum Teil hohe Millionenbeträge.

Den Berichten zufolge waren etliche dieser Firmen den zuständigen Berner Finanzbehörden unbekannt, selbst nach seinem Tod wurden sie nicht deklariert - obwohl sie nach Aussage einer Sprecherin der Berner Finanzbehörde mindestens in Teilen hätten gemeldet werden müssen. Gunter Sachs Nachlassverwalter erklären, sie seien rechtmäßig vorgegangen.

Die Daten seien im vergangenen Jahr dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington übergeben worden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunst von Gunter Sachs unterm Hammer

(dpa/csi/das)