Reiner Holznagel verlangt Steuerentlastung für Rentner

Steuern : Steuerzahler: Rentner entlasten

Für Steuerzahlerpräsident Holznagel werden kleine Renten zu hoch besteuert.

() Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, hat eine steuerliche Entlastung der Rentner mit geringen Altersbezügen gefordert. „Die nachgelagerte Besteuerung wirkt bereits spürbar, und schon kleinere und mittlere Renten werden stark besteuert“, sagte Holznagel unserer Redaktion. „Die steuerlichen Freibeträge für kleine Renten müssen angehoben werden, damit die Renten in Zukunft noch auskömmlich sind“, forderte er. „Ich erwarte, dass die Rentenkommission auch zur Anhebung der Steuerfreibeträge Vorschläge für Rentner unterbreitet.“ Seit der rot-grünen Rentenreform 2005 steigt jedes Jahr der prozentuale Anteil der gesetzlichen Rente, der voll der Einkommensteuer unterliegt. Lag dieser Anteil 2005 noch bei 50 Prozent, beträgt er im Jahr 2018 bereits 76 Prozent für alle Neu-Rentner. Wer 2040 in Rente geht, wird 100 Prozent seiner Rente versteuern müssen. Im Gegenzug steigen seit 2005 die Beträge für die Altersvorsorge, die Arbeitnehmer von der Einkommensteuer absetzen können.

Hier finden Sie Fragen und Antworten: Wie Sie als Rentner Ihre Steuerlast senken können.

Auch in Nordrhein-Westfalen müssen immer mehr Rentner Steuern zahlen: 2014 waren es erst 1,2 Millionen, 2016 schon 1,33 Millionen, wie die Oberfinanzdirektion NRW (OFD) mitteilte. „Vermutlich wird die Zahl der Rentner, die sich mit Renteneinkünften in Nordrhein-Westfalen erklären, weiter steigen, was unter anderem mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft zusammenhängt“, erklärte eine OFD-Sprecherin.

Sind Senioren unsicher, ob sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen, sollten sie sich an ihr Finanzamt wenden. Zumal der Fiskus auch noch viele Jahre rückwirkend Steuern verlangen kann. „Maximal kann eine Steuerfestsetzung rückwirkend für 13 Jahre erfolgen, aktuell also bis zum Veranlagungszeitraum 2005“, betonte die Sprecherin.