1. Wirtschaft
  2. Finanzen

BIP-Anstieg von 1,7 Prozent erwartet: OECD sagt Wachstum für Deutschland voraus

BIP-Anstieg von 1,7 Prozent erwartet : OECD sagt Wachstum für Deutschland voraus

Gestützt durch die Inlandsnachfrage bleibt das Wachstum in Deutschland stärker als in anderen Euro-Ländern: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im nächsten Jahr um 1,7 Prozent ansteigen, sagt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Dienstag in Paris veröffentlichten Wirtschaftsausblick voraus.

Damit erwartet die OECD ein höheres Wachstum als im Durchschnitt der Euro-Zone mit einem Prozent für nächstes Jahr. Auch die Bundesregierung geht derzeit von einem Wachstum von 1,7 Prozent für 2014 aus.

Ab 2015 soll es weiter aufwärtsgehen mit einem Wachstum von zwei Prozent in Deutschland. Die Organisation hebt hervor, dass Reallohnzuwächse und eine niedrige Arbeitslosigkeit den Konsum in Deutschland stärken dürften, während gleichzeitig das Vertrauen in die Eurozone wieder zunimmt und niedrige Zinsen die Investitionen stützen. Die Arbeitslosenquote könnte demnach auf 5,2 Prozent Ende 2015 zurückgehen.

All diese Faktoren könnten zu einer Ausbalancierung der Wirtschaft Richtung Inlandsnachfrage führen, schreibt die OECD. Die EU hatte erst kürzlich ein Prüfverfahren gegen Deutschland wegen des anhaltend hohen Exportüberschusses angekündigt. Nun sagt die OECD für Deutschland einen möglichen Rückgang des Überschusses auf rund 5,5 Prozent des BIP im Jahr 2015 voraus. Der Außenhandelsüberschuss eines Landes darf in der EU im Durchschnitt von drei Jahren nicht über sechs Prozent liegen, was er seit 2006 aber tut.

Für das laufende Jahr sieht die OECD einen BIP-Anstieg um lediglich 0,5 Prozent für Deutschland, was leicht über der OECD-Prognose vom Mai liegt. Dabei verweist die Organisation unter anderem auf die schleppende Nachfrage aus Schwellenländern. Auch künftig erwartet die OECD, dass das deutsche Wachstum verstärkt von einer Erholung in der Euro-Zone abhängen könnte.

Für die Euro-Zone sagt die OECD allerdings nur eine langsame Erholung voraus. Erst ab Mitte 2014 soll es deutlicher aufwärtsgehen, wobei die durchschnittliche Arbeitslosenrate über zwölf Prozent bis Mitte 2015 bleiben soll. Neben Deutschland werden nur eine Handvoll kleinerer Euro-Länder mit einem Wachstum um mindestens 0,5 Prozent über dem Eurozonen-Durchschnitt von einem Prozent im Jahr 2014 genannt. Für den gesamten OECD-Raum wird für das nächste Jahr ein Wachstum um 2,3 Prozent prognostiziert.

Für die Euro-Zone mahnt die OECD zudem eine umfassende Bankenunion sowie eine glaubwürdige Überprüfung der Schwäche von Banken an. Schwache Bankbilanzen, anfällige öffentliche Haushalte und die unsichere politische Lage in manchen Ländern könnten sonst die Finanzmärkte wieder durcheinanderbringen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: OECD-Studie: Hier lebt es sich am besten

(AFP)