Nach Macris Vorwahl-Schlappe - Argentiniens Börse crasht um 30 Prozent

Nach Macris Vorwahl-Schlappe : Argentiniens Börse crasht um 30 Prozent

Nach der Schlappe von Argentiniens Staatschef Mauricio Macri bei der Präsidentschaftsvorwahl sind die Börsenkurse des Landes dramatisch eingebrochen. Die Kurse in Buenos Aires stürzten am Montag um 30 Prozent ab.

Argentiniens amtierender Staatschef Mauricio Macri hat eine herbe Niederlage bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl erlitten. Nach der Auszählung von 87 Prozent der Stimmen kam der Bewerber Alberto Fernández aus dem peronistischen Mitte-links-Lager von Ex-Präsidentin Cristina Kirchner am Sonntag auf etwa 47 Prozent, der liberale Macri hingegen erreichte nur 32 Prozent der Stimmen. Die argentinische Landeswährung verlor infolge des Wahlergebnisses drastisch an Wert.

Macri räumte eine "schlechte Wahl" ein und kündigte an, seine "Anstrengungen zu verdoppeln". Die Vorwahlen vom Sonntag galten als Stimmungsbarometer für die argentinischen Präsidentschaftswahlen am 27. Oktober. Falls sich die Ergebnisse der Vorwahlen wiederholen sollten, würde Fernández bei dem Urnengang gleich in der ersten Runde gewinnen.

Der Mitte-links-Kandidat sprach vor tausenden Anwohnern von einer "neuen Etappe". Fernández kündigte an, bis zur Präsidentschaftswahl auch diejenigen noch überzeugen zu wollen, die bei der Vorwahl nicht für ihn gestimmt hatten.

Nach argentinischem Wahlrecht reichen für einen Sieg 45 Prozent der Stimmen oder 40 Prozent der Stimmen mit einem Vorsprung von zehn Punkten. Falls eine Stichwahl nötig ist, soll diese am 24. November stattfinden. Der amtierende Präsident Macri hofft auf ein zweites Mandat, nach der Niederlage werden seine Chancen aber als gering eingeschätzt.

Die Vorwahlen sind eine argentinische Besonderheit. Dabei sind alle Wahlberechtigten, nicht nur Parteimitglieder, dazu aufgerufen, die Präsidentschaftskandidaten der jeweiligen Parteien zu bestimmen.

Nach der Schlappe für den wirtschaftsliberalen Macri verlor der argentinische Peso am Montag gegenüber dem US-Dollar 14 Prozent an Wert. Statt 46,55 Pesos am Freitag war ein Dollar nun 53 Pesos wert. Macris Herausforderer sagte dazu dem Sender Radio 10: "Die Märkte warnen vor der Tatsache, dass die Regierung sich in einer Lage befindet, in der sie keine Antwort geben kann" auf die Wirtschaftskrise in Argentinien.

Das südamerikanische Land steckt bereits seit vergangenem Jahr in einer Rezession. Die Inflation lag in den vergangenen zwölf Monaten bei 40 Prozent, die Arbeitslosenquote beträgt gut zehn Prozent.

Vergangenes Jahr hatte die argentinische Währung durch zwei Währungskrisen 50 Prozent ihres Wertes verloren. Die Regierung in Buenos Aires beantragte daher beim Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Darlehen in Höhe von mehr als 57 Milliarden Dollar (50,87 Milliarden Euro).

In seiner Frühjahrsprognose für das weltweite Wirtschaftswachstum sagte der IWF für Argentinien ein Schrumpfen der Wirtschaft im laufenden Jahr um 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) voraus. Nach einer Erholung im Laufe des zweiten Halbjahrs 2019 rechnet der IWF für 2020 dann mit einem Wachstum von 2,2 Prozent.

(felt/AFP)
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