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Deutsche Bank nur noch "Befriedigend": Moodys stuft 15 Großbanken herab

Deutsche Bank nur noch "Befriedigend" : Moodys stuft 15 Großbanken herab

Die Ratingagentur Moodys hat wie angekündigt weiteren 15 Großbanken schlechtere Bonitätsnoten verpasst. Dazu zähle auch die Deutsche Bank, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Das Rating für langfristige Schuldtitel des deutschen Geldhauses sei auf A2 von zuvor AA3 gesenkt worden. Der Ausblick sei stabil.

In Europa waren unter anderen Credit Suisse, UBS, HSBC, Barclays, Royal Bank of Scotland, BNP Paribas, Credit Agricole und Societe Generale betroffen. In den USA traf es JPMorgan, Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs, in Kanada die Royal Bank of Canada. Die Bewertungen der Banken wurden um eine bis drei Stufen gesenkt, große Überraschungen gab es dabei nicht.

Das Rating von Morgan Stanley, eine der am schärfsten beobachteten Banken, wurde um zwei Stufen auf Baa1 gesenkt - eine weniger als erwartet. Morgan Stanley beklagte dennoch in einer Stellungnahme, die neue Bewertung berücksichtige nicht alle strategischen Maßnahmen, die bereits in den vergangenen Jahren ergriffen worden seien. Auch Citigroup reagierte scharf auf die Bewertung durch Moodys: Die Bank teile nicht die Analyse der Ratingagentur, die Bewertung sei unbegründet und völlig ungerechtfertigt. Citigroup wurde auf Baa2 von A3 herabgestuft.

Credit Suisse verliert drei Stufen

Härter als erwartet traf es die Credit Suisse: Sie wurde als einzige Bank drei Stufen schlechter benotet. Mit nunmehr A1 schneiden die Schweizer aber immer noch besser ab als die meisten anderen Banken. Moodys hatte Mitte Juni mit dem in der Finanzbranche befürchteten Rundumschlag begonnen. Die Agentur nahm dabei zunächst elf Geldhäuser in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Luxemburg ins Visier.

Im Februar hatte Moodys erklärt, wegen der lahmen Wirtschaft und der Flaute auf den Kapitalmärkten 114 Banken und Versicherer zu überprüfen, darunter die Allianz und die Deutsche Bank. Dabei hatte die Agentur zum Teil bereits angekündigt, um wie viele Stellen sich das Rating der einzelnen Häuser verschlechtern könnte. Dementsprechend hatte es bei Bekanntgabe der ersten Herabstufungen vor einigen Tagen auch kaum Reaktionen an den Finanzmärkten auf die Schritte gegeben.

Moodys hatte sein Vorhaben im Februar unter anderem mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa und den mauen Aussichten auf den Kapitalmärkten begründet. Die Agenturen S&P und Fitch hatten schon zum Jahreswechsel die Bonitätsnoten für mehrere Länder und Banken gesenkt oder damit gedroht, dies zu tun. Kritiker haben den US-Agenturen vorgeworfen, die Krise in Europa mit ihren Herabstufungen prozyklisch zu verschärfen.

Eine Herabstufung bedeutet, dass sich die Banken zu schlechteren Konditionen Geld verschaffen können, da Investoren aufgrund eines erhöhten Risikos höhere Zinsen verlangen.

Hier geht es zur Infostrecke: Was sind Ratingagenturen?

(REU)