Milliardenstrafe für fünf Großbanken

EU geht gegen Devisenkartell vor : Milliardenstrafe für fünf Großbanken

Barclays, Citigroup, JPMorgan, UBS und eine japanische Bank betrogen ihren Kunden durch geheime Absprachen. Die Währungshändler trafen sich in Zügen nach London oder virtuell in Chatrooms. Die Schweizer ließen das Kartell schließlich auffliegen und gehen straffrei aus.

Die EU-Kommission bestraft fünf Großbanken wegen Manipulation des Devisenhandels. Sie verhängte eine Geldbuße von insgesamt 1,07 Milliarden Euro gegen Barclays, Royal Bank of Scotland, Citigroup, JPMorgan und die japanische MUFG. Die Schweizer Großbank UBS ging straffrei aus, da sie die illegalen Absprachen gemeldet hatte. „Die Kommission wird Verhaltensabsprachen in keinem Finanzmarktsektor tolerieren“, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Europas Wirtschaft und Verbraucher seien geschädigt worden. Die EU sah es als erwiesen an, dass Währungshändler zwischen 2007 bis 2013 für die Banken sensible Informationen austauschten und ihre Strategien über Internet-Chats koordinierten. Dabei ging es um Umtauschgeschäfte in elf Währungen wie Euro, Dollar und Schweizer Franken.

Hintergrund: Wenn Firmen, Pensionsfonds oder Vermögensverwalter große Summen in eine andere Währung umtauschen, nutzen sie dafür meist Währungshändler. Die Händler, die eigentlich Wettbewerber waren, tauschten sich aus über Aufträge und Pläne, um sich gegenseitig gute Geschäfte zu ermöglichen. Die Chaträume, in denen sie sich absprachen, hießen etwa „Semi Grumpy Old Men“ („Halb-grantige alte Männer“) und „Essex Express“. Fast alle Händler lebten laut EU-Kommission in Essex und trafen sich in einem Zug nach London.

JP Morgan und die Royal Bank of Scotland erklärten, sie seien froh, das Thema mit der Strafe aus der Welt zu schaffen. Sie hätten ihre Kontrollen verbessert. Barclays und Citigroup wollten sich nicht äußern.

(dpa/rtr)
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