Vergleich in Schadenersatzklage: Middelhoff einigt sich mit Kleinanleger

Vergleich in Schadenersatzklage : Middelhoff einigt sich mit Kleinanleger

Der ehemalige Arcandor-Manager Thomas Middelhoff hat sich in einem Schadenersatzprozess mit einem Kleinaktionär auf einen Vergleich geeinigt. Middelhoff muss den Kläger nicht entschädigen, zahlt aber 6000 Euro an die gemeinnützige Organisation "Ein Herz Für Kinder".

Außerdem machte Middelhoff am Mittwoch beim Oberlandesgericht Hamm ein symbolisches Zugeständnis an den Anleger, der viel Geld mit Arcandor verloren hat: Er bedauere einen Nachteil bei Aktienkäufen, "zu dem es möglicherweise durch die Kommunikation der Arcandor AG gekommen ist", heißt es im Vergleich. Im Gegenzug erklärte der Kläger seine Schadenersatzansprüche für erledigt. Auch werde er Middelhoff nicht vorwerfen, ihn vorsätzlich geschädigt zu haben.

Middelhoff hatte gegen eine Verurteilung zu 2575 Euro Schadenersatz Berufung eingelegt. Das Landgericht Essen hatte dem Anleger diese Summe in erster Instanz zugesprochen. Middelhoff müsse sich die "offensichtlich falschen Erklärungen" eines Arcandor-Sprechers zurechnen lassen. Kläger war der Chefredakteur der "Welt"-Zeitungsgruppe, Jan-Eric Peters. Er hatte aufgrund der Äußerungen eines Firmensprechers Arcandor-Aktien gekauft und damit einen Verlust von etwa 50.000 Euro gemacht. "Mir geht es nicht ums Geld", sagte Peters im Prozess. "Mir geht es darum, dass es hier ein Fehlverhalten gegeben hat."

Auch Middelhoff brachte klar zum Ausdruck, dass es ihm nicht um die 2575 Euro gehe. Es sei nicht sein Fehler gewesen, der Sprecher habe eigenmächtig gehandelt. "Hier geht es letztlich um die Ehre", , sagte er.

(lnw)
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